Wolframmarkt 2026:

Strategische Unverzichtbarkeit lässt Preis weiter steigen

Der Wolframmarkt hat 2025 eine beispiellose Preisexplosion erlebt. Lewis Black, CEO von Almonty Industries, analysiert die Ursachen dieser Entwicklung und wagt einen Ausblick auf das kommende Jahr. Seine These: Die aktuellen Preise sind keine Anomalie, sondern Ausdruck fundamentaler Marktverschiebungen

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Wolfram wird wegen seiner extremen Härte, Dichte und seines hohen Schmelzpunktes (höchster aller Metalle) hauptsächlich für Hartmetallwerkzeuge (Bohrer, Fräser), Stahllegierungen (Werkzeugstahl), Glühfäden in Glühlampen und Heizelemente genutzt.

Der dramatische Preisanstieg für Ammoniumparawolframat (APT) im Jahr 2025 markiert nach Einschätzung von Lewis Black, CEO von Wolfram-Produzent Almonty Industries, eine fundamentale Neuausrichtung des Wolframmarktes. "Das Jahr 2025 war für den Wolframsektor eine Zäsur", erklärt der CEO von Almonty Industries. Die Entwicklung sei "keine vorübergehende Marktanomalie, sondern eine längst überfällige Korrektur einer Fehlbewertung."

Die 1.000-USD-Schwelle überschritten

Während viele Beobachter nach dem rasanten Anstieg eine Stabilisierung auf dem erreichten Niveau erwarten würden, richtet Black den Blick  auf die 1.000-Dollar-Marke. "Dieses Szenario wurde erreicht und überrascht nicht, wenn man die Preiselastizität der Nachfrageseite analysiert", betont er. Seine Argumentation basiert auf der extrem geringen Ersetzbarkeit von Wolfram in seinen Kernanwendungen. Ob in der Rüstungsindustrie für panzerbrechende Munition, in der Luftfahrt oder bei Hochleistungsbohrköpfen – die physikalischen Eigenschaften wie Schmelzpunkt und Härte machen das Metall alternativlos.

"Die massive Preissteigerung des Jahres 2025 führte zu keinem nennenswerten Nachfrageeinbruch", stellt Black fest. Die industrielle Logik sei eindeutig: Wenn ein strategisches Bauteil ohne Wolfram nicht funktioniere, bezahlten Abnehmer die Marktpreise, da die Materialkosten im Verhältnis zum Gesamtwert des Endprodukts wie etwa eines Waffensystems oder einer High-Tech-Maschine oft trotz steigender Preise tragbar blieben.

Extrapolation der Unelastizität

Black wagt ein Gedankenspiel zur Veranschaulichung der geringen Preiselastizität: "Würde der Preis, der 2025 von 320 USD auf über 800 USD gestiegen ist, im kommenden Jahr nur die Hälfte der Dynamik des Jahres 2025 zeigen, wären APT-Marktpreise von rund 1.400 USD möglich." Auch wenn solche Annahmen spekulativ seien, sorge insbesondere die wachsende militärische Nachfrage nach Wolfram seitens NATO-Staaten für eine robuste Unterstützung der Marktpreise. Bereits vor der medialen Aufmerksamkeit für kritische Metalle 2025 seien Abnehmer bereit gewesen, langfristige Lieferverträge mit Preisuntergrenzen, aber ohne Preisobergrenzen zu akzeptieren. Als Beispiel nennt Black die Offtake-Agreements, die Almonty in den vergangenen Jahren geschlossen habe.

Neue Kapazitäten ohne Preisdruck

Wolfram-Mine in Sangdong, Südkorea
Wolfram-Mine in Sangdong, Südkorea

Gegen die häufig vorgebrachte These, neue Förderkapazitäten würden 2026 den Preis dämpfen, führt Black drei wesentliche Argumente ins Feld. Projekte wie die Sangdong-Mine in Südkorea oder Gentung Browns Lake in Montana erhöhten zwar theoretisch das nominelle Angebot, die Erwartung sinkender Preise sei jedoch falsch.

Erstens gelange ein Großteil des Materials aus neuen Quellen gar nicht auf den freien Spotmarkt. "Langfristige Abnahmeverträge binden die Produktion bereits vor der Förderung", erklärt Black. Strategische Partnerschaften hätten Wolfram aus Sangdong bereits für westliche Rüstungs- und Technologiekonzerne gesichert.

Zweitens beobachtet Black einen deutlichen Trend hin zu strategischen Reserven. Nach Jahren des "Just-in-Time" bauten Regierungen und Unternehmen inzwischen wieder strategische Lagerbestände auf. Diese Vorräte dienten primär der Risikovorsorge und nicht dem laufenden Verbrauch, sodass sogar zusätzliche Nachfrage nach Wolfram entstehe.

Drittens bleibe die strukturelle Angebotslücke selbst mit dem Hochlauf von Sangdong und anderen Projekten bestehen, da China seine Exporte systematisch drossele und Abnehmer im Westen inzwischen auf robuste Lieferketten setzten. "Das Angebot aus Sangdong kompensiert bestenfalls den Wegfall chinesischer Lieferungen, nachdem das Land Wolfram nicht mehr subventioniert", analysiert Black.

Geopolitik als Preistreiber

Die Marktdynamik werde auch 2026 von exogenen Faktoren bestimmt. Chinas Einführung strikter Exportlizenzen und sinkende Exportquoten hätten dem Markt im Vorjahr deutlich vor Augen geführt, wie fragil die globale Versorgung sei. Es gebe keine Anzeichen für eine Lockerung dieser Politik.

Gleichzeitig erhöhe die westliche Regulatorik den Druck. Das ab 2027 greifende Beschaffungsverbot des US-Verteidigungsministeriums für Wolfram aus China, Russland, Iran und Nordkorea wirke bereits heute. "US-Unternehmen und deren Zulieferer können nicht bis zum Stichtag warten. Die Entkopplung von Wolfram aus China muss 2026 abgeschlossen sein", warnt Black. Wolfram aus konfliktfreien westlichen Quellen, die zudem nach den Äquator-Prinzipien der Weltbank nachhaltig konzipiert seien, werde auch in den kommenden Jahren stark nachgefragt sein. "Die Zeiten von Wolfram als leicht verfügbarer Rohstoff, zu dem man als Abnehmer aus der Industrie Preisvergleiche anstellen konnte, sind vorbei", resümiert der Almonty-CEO.

Transparenz als Chance

Black zieht ein differenziertes Fazit: "Die Zeit der üppigen Subventionen auf dem Markt für Wolfram ist vorüber – selbst in China hat man inzwischen erkannt, dass Förderung mit der Gießkanne die operative Effizienz von Wolframproduzenten nur verschlechtert." Marktteilnehmer müssten die aktuellen Konditionen als neue Realität akzeptieren. Die Hoffnung auf eine Rückkehr zu Preisen aus dem Jahr 2024 sei illusorisch und stehe zudem der Versorgungssicherheit der westlichen Industrie entgegen.

Die neue Preistransparenz bei Wolfram habe jedoch auch positive Effekte. "Hohe Preise sind das Signal für Knappheit und damit der notwendige Anreiz, um westliche Bergbauprojekte anzustoßen und umzusetzen", erklärt Black. Gepaart mit guten regulatorischen Rahmenbedingungen und dem Interesse von Geldgebern könnten spezialisierte Unternehmen wie Almonty die Versorgung mit Wolfram sichern. In Sangdong gelinge dies trotz modernster Standards zu Produktionskosten, die deutlich unter denen der chinesischen Konkurrenz lägen.

Blacks Prognose für 2026 ist eindeutig: "Die Volatilität nach oben dürfte deutlich wahrscheinlicher sein als ein Stagnieren der Kurse." Bis der Markt für Wolfram im Gleichgewicht sei, dürfte es noch Jahre dauern.

Über Almonty

Almonty ist ein Anbieter von konfliktfreiem Wolfram – einem strategischen Metall, das für die Verteidigungs- und Spitzentechnologiebranche von entscheidender Bedeutung ist. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen ist Wolfram für die Herstellung von Panzern, Munition und Elektronik unerlässlich geworden. Almontys Vorzeigeprojekt, die Sangdong-Mine in Südkorea, die historisch gesehen zu den größten und hochwertigsten Wolframvorkommen der Welt zählt, wird voraussichtlich nach Erreichen der vollen Kapazität 40 % der globalen Wolframproduktion außerhalb Russlands, Nordkoreas und Chinas decken und damit kritische Versorgungsengpässe beheben, die durch die jüngsten US-amerikanischen Rüstungsbeschaffungsverbote und Exportbeschränkungen Chinas deutlich geworden sind. Mit etablierten Standorten in Portugal und weiteren Projekten in den USA und Spanien ist Almonty strategisch aufgestellt, um die rasch steigende Nachfrage westlicher Verbündeter zu befriedigen, die sich der Sicherheit ihrer Lieferketten und der Verteidigungsbereitschaft verpflichtet haben. Weitere Informationen finden Sie unter https://almonty.com.