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Business-Knigge: Was geht, was geht nicht?

| von Dörte Neitzel

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen Fettnäpfchen und Karriereleiter machen. Diese 12 Tipps sollten Sie unbedingt beherzigen.

 1. Seien Sie pünktlich

Wer zu spät zu Meetings oder Telefonkonferenzen erscheint, signalisiert seinen Mitarbeitern, Kollegen oder Geschäftspartnern, dass er nicht in der Lage ist, seinen Alltag so zu organisieren, dass er Termine verabredungsgemäß einhalten kann. Das ist nicht nur unhöflich, Sie zeigen auch, dass auf Sie kein Verlass ist. Besonders Letzteres kann Ihnen speziell in Verhandlungen schnell Nachteile bringen.

2. Begrüßen Sie in der richtigen Reihenfolge

Schon bei der Begrüßung können Sie einen ordentlichen Faux-Pax begehen. Es gilt: Es wird immer die ranghöchste Person zuerst begrüßt. Dies ist übrigens auch dann so, wenn eine Dame zugegen ist. Anschließend werden die älteren Personen vor den jüngeren und Frauen vor Männern begrüßt.

3. Lassen Sie Ihre Gäste nicht alleine

Kommen Sie in ein fremdes Unternehmen, möchten Sie nicht ziellos durch die Gänge und Räume irren auf der Suche nach Ihrer Verabredung. Ihren Gästen geht es nicht anders. Erwarten Sie jemanden, holen Sie die entsprechende Person deshalb am Empfang ab und begleiten Sie sie zum Ort des Meetings. Nach dem Ende der Besprechung führen Sie Ihren Gast wieder zurück zum Empfang und verabschieden sich erst dort von ihm.

4. Übergehen Sie niemals einen akademischen Titel

Ist Ihr Gegenüber Doktor oder Professor sollten Sie diesen Titel sowohl im Schriftverkehr als auch im Gespräch niemals unterschlagen. Hat ein Ansprechpartner mehrere Titel (etwa Prof. Dr.), genügt es, wenn Sie den höchsten Titel in der Anrede nutzen. Verzichten können Sie auf die Nennung des Titels, wenn es Ihnen angeboten wurde.

5. Bleiben Sie beim „Sie“

In vielen Unternehmen geht es inzwischen recht locker zu. Viele Kollegen duzen sich untereinander und auch manch Vorgesetzter erlaubt diese vertraulichere Form der Anrede. Beachten Sie dabei jedoch: Das Du muss immer vom Ranghöheren angeboten werden. Sie sollten also keinesfalls Ihren Chef fragen, ob Sie sich nicht duzen wollen. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie älter sind als Ihr Vorgesetzter. Wird Ihnen auf einer Feier in Bierlaune von Ihrem Chef das Du offeriert, kehren Sie beim nächsten nüchternen Treffen sicherheitshalber zum Sie zurück. Bleibt Ihr Chef bei dem Wunsch nach dem Du, können Sie dieses Angebot natürlich annehmen.

6. Üben Sie Kritik nur unter vier Augen

Sind Sie unzufrieden mit der Leistung eines Mitarbeiters oder mit dem Verhalten Ihres Vorgesetzten nicht einverstanden, äußern Sie Kritik niemals in Anwesenheit von Kollegen. So etwas sollten Sie ausnahmslos unter vier Augen besprechen. So stellen Sie niemanden bloß und die Chance, zu einer Lösung zu kommen, ist deutlich höher.

7. Beachten Sie auch in E-Mails Höflichkeitsregeln

Bleiben Sie beim Mailwechsel beim “Sehr geehrter Herr …” oder “Sehr geehrte Frau …” und wechseln Sie nicht vorschnell auf ein „Hallo“. Digitale Kommunikation ist keine Rechtfertigung für einen lockereren Umgangston. Achten Sie auch hier auf die korrekte Anrede (Titel) und vermeiden Sie Abkürzungen wie MfG (Mit freundlichen Grüßen) oder gar LG (Liebe Grüße).

8. Vermeiden Sie Körperkontakt

Jeder Mensch hat eine bestimmte Individualdistanz. Von dieser hängt ab, ab welcher Nähe uns Kontakte zu anderen Menschen unangenehm sind. Hier sollten Sie sich immer an Ihrem Gegenüber orientieren. Rückt die Person im Gespräch von Ihnen ab, rücken Sie nicht nach, sondern lassen ihr ihre “Wohlfühldistanz”. Unterschreiten Sie diese wiederholt, wird ihr Gegenüber Sie als aufdringlichen und unsensiblen Charakter wahrnehmen und den persönlichen Kontakt zu Ihnen eher meiden. Fassen Sie andere Personen im Arbeitsumfeld auch nicht an. Selbst wenn die Berührungen unverfängliche Körperteile wie Arm oder Schulter betreffen, sind sie ein Eingriff in den privaten Bereich der anderen Person, den Sie unbedingt unterlassen sollten.

9. Bleiben Sie im Smalltalk positiv

Beim lockeren Gespräch geht es nicht um tiefgründige Inhalte, sondern darum, einander kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und die Basis für eine gute Beziehung zu legen. Vermeiden Sie daher Themen, die zu Differenzen führen könnten, etwa politische Debatten.

10. Bleiben Sie höflich

In Verhandlungen oder Diskussionen steigt häufig der Stresslevel. Achten Sie jedoch darauf, dennoch stets höflich und besonnen zu bleiben. Wer in einer Diskussion laut oder unsachlich wird, kann sein Ansehen schnell verspielen.

11. Ignorieren Sie das Telefon

Sitzen Sie mit Mitarbeitern, Kunden oder Geschäftspartnern im Meeting, stellen Sie Ihr Telefon stumm und widmen Sie sich voll und ganz den Personen, die Ihnen gegenübersitzen. Sollten Sie während des Meetings einen Anruf erwarten, der tatsächlich unaufschiebbar ist, informieren Sie die anwesenden Personen vorab darüber. Sind diese darüber im Bilde, warum Sie mitten im Meeting ans Telefon gehen müssen, ist dies für sie eher akzeptabel, als würden Sie dies ohne Ankündigung tun.

12. Nehmen Sie Visitenkarten korrekt an

Es gilt als unhöflich, eine Ihnen überreichte Visitenkarte sofort in der Mappe, dem Geldbeutel oder (noch schlimmer!) der Hosentasche zu verstauen. Nehmen Sie die Karte stattdessen entgegen und betrachten Sie diese kurz. Fällt Ihnen etwas daran auf (z. B. ein besonders gelungenes Design), liefert dies gleich einen Anstoß für einen ungezwungenen Small Talk. Erst dann verwahren Sie die Karte so sorgfältig, dass Ihr Gegenüber das Gefühl hat, sein Kontakt sei Ihnen wichtig.

Übrigens: Im asiatischen Raum ist es üblich, Visitenkarten mit beiden Händen entgegenzunehmen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie selbst immer Ihre Visitenkarte dabei haben. Sonst erweckt das schnell den Eindruck, dass Sie an einem Kontakt zu Ihrem Gegenüber nicht interessiert sind.

Foto: cirquedespirit/Fotolia.de

 

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