Rollen der thyssenkrupp Steel Europe Stahlsorte kornorientiertes Elektroband

Auch in der Stahlindustrie wird zunehmend digitalisiert. Daher gilt es beim digitalein Stahleinkauf einiges zu beachten. - Bild: thyssenkrupp Steel Europe

| von Julia Dusold

Entscheidend für einen Stahlhändler ist die Zufriedenheit seiner Kunden, denn davon hängt ab, ob diese beim nächsten Einkauf erneut bei ihm Ware bestellen oder zur Konkurrenz wechseln. Ob ein Einkäufer zufrieden ist, hängt mit der Produktqualität und dem Service zusammen. Durch digitale (Management)-Systeme können sowohl die Lieferanten als auch deren Kunden künftig noch effizienter vorgehen.

Ein Beispiel für einen erfolgreichen digitalen Wandel ist der Stahlhändler Klöckner & Co. In seinem Onlineshop können Einkäufer die gewünschte Ware direkt bestellen. Preise sowie Mengenrabatte sind entweder sofort ersichtlich oder können angefragt werden. Eine Bestellübersicht, aber auch die Möglichkeit bestehende Aufträge und Sendungen nachzuverfolgen, sorgen für zusätzliche Kundenzufriedenheit. Außerdem können spezifische Produkte wie etwa Stahlrohre und deren Verfügbarkeit in kürzester Zeit über die Suchfunktion gefunden werden. Sollten der Kunde dennoch einen direkten Ansprechpartner benötigen, bieten viele Stahlhändler zusätzlich ein Kontaktportal an, bei dem Sie schnell und unkompliziert mit dem entsprechenden Fachpersonal in Kontakt treten können.

Wie digitale Systeme zur Prozessoptimierung beitragen

Unternehmen müssen gewährleisten, dass alle erforderlichen Materialen und Teile genau zu dem Zeitpunkt vorhanden sind, wenn sie gebraucht werden. Dafür sorgen neue digitale Systeme, welche die Liefer- und Leistungskette nicht nur beschleunigen, sondern ganzheitlich optimieren. Ein Beispiel hierfür ist eine Beschaffungsplattform, die unterschiedlich positionierte Marktteilnehmer direkt miteinander vernetzt. Der direkte Informations- und Datenaustausch spart Zeit, die nunmehr für andere operative Prozesse genutzt werden kann.

Digitale Systeme erleichtern zudem die logistische Planung aller Geschäftsressourcen. Beispielsweise helfen ERP-Systeme bei der Steuerung von Geschäftsprozessen. Mithilfe dieser Software können Produktionsmittel, aber auch Kapital und Personal bestmöglich verwaltet werden.

Just-in-time-Lieferungen werden planbarer

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung profitieren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen von einer besseren Planbarkeit sogenannter Just-in-time-Lieferungen. Branchenerfahrene und renommierte Stahlhändler liefern Stähle unterschiedlichster Sorten termingenau und nach Bedarf. Ihr Unternehmen kann somit Lagerbestände auf ein Mindestmaß reduzieren und dadurch erheblich Kosten sparen. Indem Sie weniger Kapital zur Vorratshaltung benötigen, kann Ihre Firma stattdessen andere wichtige Investitionen tätigen.

So erleichtern digitale Tools die Arbeit

In vielen Bereichen ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz der Schlüssel, um die individuelle Wettbewerbsfähigkeit und auch die Produktivität zu steigern. Statt Auftragsbestätigungen oder Rechnungen wie bisher von Menschen prüfen zu lassen, ist es weitaus sinnvoller, wenn diese Aufgaben digitale Programme erledigen. Ihre Mitarbeiter können sich stattdessen Themen wie Performancemanagement oder Prozessstrategien widmen.

Diese geben letztendlich die Richtung vor, um einen dauerhaften Unternehmenserfolg zu gewährleisten. Ein Beispiel für solch ein digitales System ist Netfira, welches mithilfe einer innovativen App-Technologie Auftragsbestätigungen überprüfen kann. Hierbei gleicht das Tool die geschriebenen Bestellungen mit den Datensätzen der erhaltenen Auftragsbestätigungen ab. Lediglich bei Abweichungen müssen manuelle Prüfungen vorgenommen werden, der Rest läuft automatisiert. Darüber hinaus können derartige Programme auch Rechnungen und Bestellungen abgleichen.

Indem Ihr Unternehmen über eine Schnittstelle direkt an den Lieferanten angebunden ist, wird das Einlesen von Kundenbestellungen erheblich erleichtert. Dank kontinuierlicher digitaler Innovationen können Stahllieferanten somit schon im Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsablauf der Stahlprodukte wichtige Innovationsimpulse setzen, die eine enorme Arbeitserleichterung schaffen.

Maschinen werden den Menschen nicht vollständig ersetzen

Obwohl es um die Wirtschaftslage in der Automobil- und Maschinenbauindustrie weiterhin schlecht steht, haben Stahlunternehmen ihre Produktion nicht im gleichen Maße gesenkt wie ihre Abnehmer. Das führt zu einem Angebotsüberschuss, welchen Stahleinkäufer in Preisverhandlungen für sich nutzen können. Auch wenn Computerprogramme in Sekundenschnelle Stahlpreise vergleichen und automatisiert beim günstigsten Anbieter einkaufen können, was die KI nicht kann, ist verhandeln.

Dies zeigt: Vollständig können und werden Maschinen den Menschen nicht ersetzen. Stattdessen sind intelligente Kooperationen erforderlich, bei denen die Technik für die schnelle Informationsbeschaffung, Preisvergleiche sowie eine bessere Vernetzung von Lieferant und Kunde zuständig ist. Die Technik kann die Entscheidungsfindung zwar unterstützen, aber entscheiden muss der Mensch, denn dieser ist auch für die Konsequenzen seiner Entscheidung verantwortlich.

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