Einkaufsstrategie Multisourcing: Viele Chancen, viel Risiko
Jeder zweite Einkäufer deckt seinen Bedarf am liebsten bei mehreren Lieferanten. So gerät er nicht in Abhängigkeit von einem einzelnen Partner. Ganz risikofrei ist Multisourcing jedoch nicht. So vermeiden Sie Fallstricke und holen das beste aus der Strategie heraus.
Summary: Multisourcing bezeichnet die Beschaffung gleichartiger Güter oder Leistungen von mehreren unabhängigen Lieferanten gleichzeitig. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren, Lieferausfälle abzufedern und Verhandlungsspielräume zu vergrößern. Im Gegensatz zum Single Sourcing, bei dem nur ein Lieferant pro Material oder Bauteil eingesetzt wird, verteilt Multisourcing das Risiko auf mehrere Partner. Die Strategie bringt Vorteile wie höhere Versorgungssicherheit, mehr Preisdruck im Wettbewerb und Zugang zu unterschiedlichem Know-how, erfordert jedoch auch einen höheren administrativen Aufwand, sorgfältiges Lieferantenmanagement und oft höhere Stückkosten durch geringere Bestellmengen pro Partner. Besonders in Branchen mit volatilen Märkten, hohem Ausfallrisiko oder strategisch kritischen Bauteilen hat sich Multisourcing als Standardpraxis etabliert.
Was ist Multisourcing? Eine Definition
Multisourcing, auch Multiple Sourcing genannt, beschreibt eine Beschaffungsstrategie, bei der ein Unternehmen dieselben oder vergleichbare Güter, Rohstoffe, Bauteile oder Dienstleistungen bewusst von mehreren, voneinander unabhängigen Lieferanten bezieht. Anders als beim Single Sourcing, bei dem ein einzelner Lieferant exklusiv für ein bestimmtes Produkt oder eine Leistung zuständig ist, verteilt sich der Bedarf bei Multisourcing auf zwei, drei oder noch mehr Anbieter.
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem strategischen Einkauf (Procurement), wird heute jedoch auch im IT-Sourcing verwendet, etwa wenn Unternehmen verschiedene IT-Dienstleister für unterschiedliche Teilbereiche ihrer IT-Infrastruktur beauftragen. In beiden Kontexten verfolgt Multisourcing dasselbe Grundprinzip: Risikodiversifikation durch Lieferantenvielfalt.
Typische Merkmale von Multisourcing sind:
Aufteilung der Bestellmenge auf mehrere Lieferanten
Parallele Vertragsbeziehungen zu unabhängigen Anbietern
Aktives Management und Vergleich der Lieferantenleistung
Strategische statt zufällige Lieferantenauswahl
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Welche Sourcing-Strategien gibt es im Vergleich?
Um Multisourcing richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die verwandten Beschaffungsstrategien. Jede Variante hat eigene Stärken und Schwächen, die je nach Unternehmenssituation unterschiedlich stark ins Gewicht fallen.
Strategie
Beschreibung
Hauptvorteil
Hauptrisiko
Single Sourcing
Beschaffung von genau einem Lieferanten
Enge Partnerschaft, hohe Mengenrabatte
Hohe Abhängigkeit, Ausfallrisiko
Dual Sourcing
Beschaffung von genau zwei Lieferanten
Ausgewogenes Verhältnis aus Sicherheit und Aufwand
Zugang zu Kostenvorteilen und Innovationen weltweit
Längere Lieferwege, Wechselkurs- und Länderrisiken
Local Sourcing
Beschaffung von regionalen Lieferanten
Kurze Wege, einfache Kommunikation
Begrenztes Angebot, oft höhere Preise
Multisourcing lässt sich mit Global oder Local Sourcing kombinieren, etwa wenn ein Unternehmen mehrere internationale und gleichzeitig regionale Lieferanten parallel nutzt.
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Warum entscheiden sich Unternehmen für Multisourcing?
Die Gründe für eine Multisourcing-Strategie sind vielfältig und reichen von reiner Risikoabsicherung bis zu aktiver Wettbewerbsgestaltung im Einkauf.
Risikominimierung bei Lieferausfällen. Fällt einer von mehreren Lieferanten aus, etwa durch Insolvenz, Naturkatastrophen oder politische Krisen, können die übrigen Partner die Versorgung zumindest teilweise aufrechterhalten. Dies hat sich besonders während der Corona-Pandemie und der Halbleiterkrise als entscheidender Vorteil erwiesen.
Verhandlungsmacht und Preisdruck. Wenn mehrere Lieferanten um denselben Auftrag konkurrieren, entsteht ein natürlicher Wettbewerbsdruck. Das stärkt die Verhandlungsposition des einkaufenden Unternehmens und kann zu besseren Konditionen führen.
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Flexibilität bei Bedarfsschwankungen. Steigt die Nachfrage plötzlich an, können mehrere Lieferanten gemeinsam größere Mengen liefern, als es ein einzelner Anbieter leisten könnte.
Zugang zu unterschiedlichem Know-how und Innovation. Verschiedene Lieferanten bringen unterschiedliche technologische Ansätze, Produktionsverfahren und Innovationsimpulse mit, von denen das einkaufende Unternehmen profitieren kann.
Vermeidung einseitiger Abhängigkeit. Ein einzelner dominanter Lieferant kann mit der Zeit eine starke Verhandlungsposition gegenüber dem Einkäufer aufbauen. Multisourcing verhindert eine solche einseitige Machtkonzentration.
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Welche Nachteile und Risiken hat Multisourcing?
So überzeugend die Vorteile klingen, Multisourcing ist keine Strategie ohne Schattenseiten. Unternehmen sollten folgende Herausforderungen einkalkulieren:
Höherer administrativer Aufwand: Mehr Lieferanten bedeuten mehr Verträge, mehr Ansprechpartner, mehr Audits und mehr Kommunikationsaufwand.
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Geringere Skaleneffekte: Da sich die Bestellmenge auf mehrere Anbieter verteilt, sinkt die Einkaufsmenge pro Lieferant, was Mengenrabatte erschweren kann.
Qualitätsschwankungen: Unterschiedliche Lieferanten können trotz identischer Spezifikation leicht abweichende Qualitätsstandards liefern, was insbesondere bei sicherheitsrelevanten Bauteilen problematisch ist.
Komplexere Logistik: Mehr Lieferanten bedeuten oft mehr Lieferwege, unterschiedliche Verpackungsstandards und potenziell komplexere Lagerhaltung.
Schwächere strategische Partnerschaften: Da kein Lieferant die volle Abnahmemenge erhält, sinkt mitunter dessen Bereitschaft, in gemeinsame Innovationsprojekte oder exklusive Investitionen zu investieren.
Höherer Koordinations- und IT-Aufwand: Insbesondere im IT-Sourcing kann die Steuerung mehrerer Dienstleister mit unterschiedlichen Schnittstellen und Prozessen zu Reibungsverlusten führen.
In welchen Branchen ist Multisourcing besonders verbreitet?
Multisourcing eignet sich nicht für jede Branche und jedes Produkt gleichermaßen. Besonders etabliert ist die Strategie in folgenden Bereichen:
Branche
Typischer Einsatzbereich von Multisourcing
Automobilindustrie
Beschaffung von Elektronikkomponenten, Halbleitern, Karosserieteilen
Elektronikindustrie
Beschaffung von Chips, Speicherbausteinen, Leiterplatten
Pharmaindustrie
Beschaffung von Wirkstoffen und Verpackungsmaterialien
Einzelhandel/Konsumgüter
Beschaffung von Verpackungen, Rohstoffen, Handelswaren
IT und Softwareentwicklung
Beauftragung mehrerer IT-Dienstleister für unterschiedliche Systeme oder Regionen
Bauwesen
Beauftragung mehrerer Subunternehmer für Gewerke wie Elektrik, Sanitär oder Rohbau
Gemeinsam ist diesen Branchen ein hohes Risiko durch Lieferausfälle, eine hohe technologische Komplexität oder eine starke Abhängigkeit von wenigen globalen Zulieferern.
Wie wird Multisourcing in der Praxis umgesetzt?
Die erfolgreiche Einführung von Multisourcing folgt typischerweise mehreren Schritten:
Bedarfsanalyse: Ermittlung, welche Materialien oder Leistungen ein hohes Risiko- oder Kostenpotenzial aufweisen und sich für eine Aufteilung auf mehrere Lieferanten eignen.
Marktanalyse und Lieferantenidentifikation: Recherche geeigneter Lieferanten, die die geforderten Qualitäts-, Mengen- und Lieferzeitstandards erfüllen können.
Festlegung der Aufteilungsquote: Entscheidung, wie der Bedarf prozentual auf die einzelnen Lieferanten verteilt wird, etwa 60:40 oder 50:30:20.
Vertragsgestaltung: Klare Definition von Mengen, Qualitätsstandards, Lieferzeiten und Eskalationsprozessen in den jeweiligen Lieferverträgen.
Lieferantenbewertung und -monitoring: Laufende Überwachung von Leistungskennzahlen wie Liefertreue, Qualität und Preisentwicklung, häufig über ein Lieferanten-Scorecard-System.
Kontinuierliche Verbesserung: Regelmäßige Überprüfung, ob die gewählte Aufteilung noch zur aktuellen Marktsituation und Unternehmensstrategie passt.
Welche Rolle spielt Multisourcing in der IT-Beschaffung?
Im IT-Kontext bezeichnet Multisourcing die Strategie, verschiedene IT-Dienstleistungen, etwa Infrastrukturbetrieb, Anwendungsentwicklung, Support oder Cloud-Services, an unterschiedliche spezialisierte Anbieter zu vergeben, statt alles an einen einzigen Generalunternehmer auszulagern. Der Vorteil liegt darin, dass Unternehmen jeweils den Anbieter mit der besten Expertise für ein bestimmtes Teilgebiet wählen können (Best-of-Breed-Ansatz). Gleichzeitig steigt jedoch der Bedarf an einem zentralen Steuerungsmodell, dem sogenannten Multisourcing-Governance oder Service-Integration-Management, das die verschiedenen Dienstleister koordiniert und Schnittstellenprobleme minimiert.
Wie unterscheidet sich Multisourcing von Dual Sourcing?
Eine häufige Verwechslung betrifft die Begriffe Dual Sourcing und Multisourcing. Dual Sourcing bezeichnet die Beschaffung von genau zwei Lieferanten und gilt als eine Art Mittelweg zwischen Single Sourcing und Multisourcing. Es bietet bereits eine gewisse Risikostreuung, ohne den vollen administrativen Aufwand eines Multisourcing-Ansatzes mit drei oder mehr Lieferanten zu verursachen. Multisourcing geht einen Schritt weiter und wird vor allem dann gewählt, wenn die Versorgungssicherheit oberste Priorität hat oder ein Markt mit vielen gleichwertigen Anbietern existiert, deren Wettbewerb gezielt genutzt werden soll.
Welche Kennzahlen helfen bei der Steuerung von Multisourcing?
Damit Multisourcing seinen vollen Nutzen entfalten kann, ist ein systematisches Lieferantencontrolling notwendig. Gängige Kennzahlen sind:
Liefertreue (On-Time-Delivery-Rate): Anteil der pünktlich gelieferten Bestellungen je Lieferant
Qualitätsquote: Anteil fehlerfreier Lieferungen, gemessen etwa über Reklamationsraten
Preisentwicklung im Vergleich: Beobachtung der Preisveränderungen zwischen den Lieferanten über die Zeit
Reaktionszeit bei Störungen: Wie schnell ein Lieferant auf Probleme oder Sonderanfragen reagiert
Anteil am Gesamtbedarf: Tatsächliche Verteilung des Beschaffungsvolumens im Vergleich zur geplanten Quote
Wann ist Multisourcing nicht sinnvoll?
Multisourcing ist nicht automatisch die bessere Beschaffungsstrategie. Bei sehr kleinen Einkaufsvolumina kann der zusätzliche Steuerungsaufwand höher sein als der Nutzen. Auch bei hochspezialisierten Komponenten, engen Entwicklungskooperationen oder patentgeschützten Technologien ist eine Aufteilung auf mehrere Lieferanten oft weder technisch noch wirtschaftlich realistisch.
Problematisch kann Multisourcing zudem werden, wenn identische Qualität über mehrere Lieferanten hinweg nur mit hohem Prüfaufwand sichergestellt werden kann. Besonders bei sicherheitskritischen Bauteilen, regulierten Produkten oder komplexen Systemkomponenten kann ein Lieferantenmix zu zusätzlicher Komplexität in Freigabe, Dokumentation und Reklamationsmanagement führen.
Die Bewertung von Multisourcing sollte nicht nur über den Einkaufspreis erfolgen. Entscheidend sind die Total Cost of Ownership, also die Gesamtkosten der Beschaffung. Dazu gehören neben dem Teilepreis auch Auditkosten, Logistikaufwand, Lagerhaltung, Qualitätsprüfungen, Lieferantenentwicklung, Vertragsmanagement und IT-Schnittstellen.
Ein zweiter oder dritter Lieferant erhöht zwar die Versorgungssicherheit, kann aber gleichzeitig die Prozesskosten steigern. Deshalb sollten Einkäufer prüfen, ob die zusätzliche Risikoreduzierung die höheren Steuerungs- und Qualitätskosten rechtfertigt. Besonders bei C-Teilen oder sehr standardisierten Produkten kann ein zu breites Lieferantenportfolio unnötig teuer werden.
Multisourcing als Beitrag zur Lieferkettenresilienz
In volatilen Märkten wird Multisourcing zunehmend als Instrument zur Stärkung der Lieferkettenresilienz eingesetzt. Unternehmen verteilen ihre Bezugsquellen bewusst auf unterschiedliche Lieferanten, Regionen oder Technologien, um Störungen besser abfedern zu können.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Anzahl der Lieferanten. Wichtig ist auch, ob diese tatsächlich unabhängig voneinander sind. Wenn mehrere Anbieter dieselben Vorlieferanten, Rohstoffquellen oder Logistikrouten nutzen, entsteht trotz Multisourcing ein verdecktes Klumpenrisiko. Eine belastbare Multisourcing-Strategie muss deshalb auch die vorgelagerten Lieferketten betrachten.
Regionale Diversifizierung: Local, Global und Nearshoring kombinieren
Multisourcing entfaltet seinen vollen Nutzen erst dann, wenn Lieferanten nicht nur formal unterschiedlich sind, sondern auch geografisch sinnvoll verteilt werden. Viele Unternehmen kombinieren deshalb globale Lieferanten mit regionalen oder europäischen Alternativen.
Globale Anbieter können Kostenvorteile und hohe Skalierung bieten. Regionale Lieferanten punkten dagegen mit kürzeren Wegen, schnellerer Reaktion und geringeren Transport- oder Zollrisiken. Nearshoring kann hier ein Mittelweg sein: Unternehmen sichern kritische Teile näher am Produktionsstandort ab, ohne komplett auf internationale Beschaffung zu verzichten.
Bei Multisourcing ist eine klare Vertragsstruktur besonders wichtig. Da mehrere Lieferanten parallel beteiligt sind, müssen Mengenquoten, Qualitätsanforderungen, Eskalationswege und Informationspflichten eindeutig geregelt sein.
Typische Vertragsbestandteile sind Mindest- und Maximalmengen, Preisgleitklauseln, Service-Level-Agreements, Regelungen zu Lieferprioritäten, Vertraulichkeit sowie Vorgaben zur Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Sinnvoll sind außerdem Mechanismen, mit denen gute Lieferanten mehr Volumen erhalten können, während schwächere Anbieter Anteile verlieren. So wird Multisourcing nicht nur zur Risikoabsicherung, sondern auch zum Leistungswettbewerb.
Multisourcing und Nachhaltigkeit
Auch ESG-Kriterien spielen bei Multisourcing eine wachsende Rolle. Mehr Lieferanten bedeuten nicht nur mehr Flexibilität, sondern auch mehr Aufwand bei Nachhaltigkeitsprüfungen, CO₂-Bilanzierung, Lieferkettentransparenz und Compliance.
Gleichzeitig kann Multisourcing helfen, nachhaltigere Alternativen aufzubauen. Unternehmen können Lieferanten vergleichen, Verbesserungen einfordern und gezielt Partner bevorzugen, die bessere Umwelt- oder Sozialstandards erfüllen. Voraussetzung ist jedoch ein einheitliches Bewertungssystem, damit ESG-Kriterien nicht nur abgefragt, sondern tatsächlich in die Lieferantensteuerung integriert werden.
Digitalisierung im Multisourcing
Ohne digitale Unterstützung ist Multisourcing nur schwer effizient zu steuern. Moderne Beschaffungssysteme, Supplier-Relationship-Management-Plattformen und Risiko-Monitoring-Tools helfen, Lieferantenleistungen transparent zu vergleichen.
Digitale Dashboards zeigen etwa Liefertermintreue, Qualitätskennzahlen, Preisentwicklungen, Reklamationen und Risikosignale in Echtzeit. Dadurch können Einkäufer schneller erkennen, welcher Lieferant zuverlässig liefert und wo frühzeitig gegengesteuert werden muss. Besonders bei globalen Lieferketten wird Digitalisierung damit zur Voraussetzung für wirksames Multisourcing.
Für wen lohnt sich Multisourcing?
Multisourcing ist keine Universallösung, sondern eine strategische Entscheidung, die sorgfältig gegen die Alternativen abgewogen werden sollte. Besonders sinnvoll ist die Strategie für Unternehmen, die in volatilen Märkten agieren, von kritischen oder schwer substituierbaren Komponenten abhängig sind oder in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit Lieferausfällen gemacht haben. Wer dagegen auf enge, vertrauensvolle Partnerschaften mit einem spezialisierten Lieferanten setzt und stabile, planbare Märkte bedient, fährt unter Umständen mit Single oder Dual Sourcing besser. In der Praxis setzen viele Unternehmen auf eine hybride Strategie: kritische Komponenten werden über Multisourcing abgesichert, während unkritische Standardteile weiterhin über wenige, eng verbundene Lieferanten bezogen werden.
Multisourcing bedeutet, dass ein Unternehmen dieselben Materialien, Bauteile oder Dienstleistungen bewusst von mehreren unabhängigen Lieferanten gleichzeitig bezieht, statt sich auf einen einzigen Anbieter zu verlassen.
Was ist der Unterschied zwischen Multisourcing und Single Sourcing?
Bei Single Sourcing wird ein Produkt oder eine Leistung von genau einem Lieferanten bezogen, während bei Multisourcing mehrere Lieferanten parallel genutzt werden, um Risiken zu streuen und den Wettbewerb zu fördern.
Welche Vorteile bietet Multisourcing für den Einkauf?
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen eine höhere Versorgungssicherheit, mehr Verhandlungsmacht durch Wettbewerb zwischen den Lieferanten, größere Flexibilität bei Bedarfsschwankungen und Zugang zu unterschiedlichem technologischem Know-how.
Welche Nachteile hat Multisourcing?
Nachteile sind ein höherer administrativer und koordinativer Aufwand, geringere Mengenrabatte durch kleinere Bestellvolumina je Lieferant, mögliche Qualitätsschwankungen sowie ein komplexeres Lieferantenmanagement.
In welchen Branchen wird Multisourcing besonders häufig eingesetzt?
Multisourcing ist vor allem in der Automobilindustrie, Elektronikbranche, Pharmaindustrie sowie im IT-Sourcing und Bauwesen verbreitet, da diese Branchen besonders anfällig für Lieferengpässe oder stark von einzelnen Zulieferern abhängig sind.