Salar de Uyuni Lithiumsalzgewinnung (Bild: Gerd Mischler)

Gewinnung von Lithium im bolivianischen Salar de Uyuni. (Bild: Gerd Mischler)

06. Nov. 2019 | 10:39 Uhr | von Dörte Neitzel

Boliviens Regierung hat ein Joint Venture zwischen dem baden-württembergischen ACI Systems Alemania und dem bolivianischen Staatskonzern Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB) per Dekret gestoppt. Erst im Dezember 2018 hatten die Unternehmen einen Kooperationsvertrag über die Gewinnung von Lithium unterschrieben.

In der neuen Produktionsanlage sollten neue Verfahren eingesetzt werden, die bei der Rohstoffgewinnung weniger Wasser verbrauchen als bisher.

Der Rohstoff sollte aus dem Salsee Uyuni gewonnen werden, in dem Experten die weltweit größten Vorkommen vermuten. Lithium ist etwa für die Produktion von Batterien für Elektroautos unverzichtbar.

 

Widerstand der Bevölkerung

Das Projekt wurde von Beginn an kritisch betrachtet, ist der Salar de Uyuni doch einer Touristenattraktionen Boliviens, was zahlreiche Devisen ins Land spült. Dementsprechend lief die Tourismusindustrie jetzt Sturm. Aber auch Anwohner und Umweltschützer gingen auf die Barrikaden.

Der Abbau sollte 2021 beginnen, geplant war die Förderung von rund 40.000 bis 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr, das unter der Salzkruste des Sees schlummert. Dabei liegt nach Angaben des Öko-Instituts der weltweite Bedarf allein für die E-Mobilität im Jahr 2030 bei rund 160.000 Tonnen. Rund 40 Quadratkilometer des Salzsees sollten dafür industriell genutzt werden - ein Anteil von 0,4 Prozent an der gesamten Oberfläche des Sees.

Deutschland hatte sich mit dem Joint Venture einen sicheren Zugang zu dem wichtigen Rohstoff erholfft.

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