Kupfer ist eines der wichtigsten Metalle für die Energiewende. Wie sieht es mit der Versorgung aus?(Bild: Thomas Söllner - stock.adobe.com)
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Was ist Kupfer?
Kupfer ist ein Metall, das relativ weich ist. Als chemisches Element wird es im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Cu bezeichnet. Ihm ist die Ordnungszahl 29 zugeordnet. Damit gehört Kupfer zu den Übergangsmetallen und ist in der sogenannten Kupfergruppe zu finden. Es ist ein Halbedelmetall und als solches ein ausgezeichneter elektrischer Leiter und Wärmeleiter. Der lateinische Name cuprum ist abgeleitet von (aes) cyprium, also dem „Erz von Zypern“. Auf der griechischen Insel wurde im Altertum Kupfer gewonnen.
Kupfer gilt neben Gold, Silber und Zinn als eines der ersten Metalle, die von Menschen genutzt wurden. Bereits vor etwa 10.000 Jahren verwendeten viele Kulturen Kupfer. Dies lag vor allem daran, dass sich das Metall sehr gut verarbeiten lässt. Da die Nutzung von Kupfer vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. stark anstieg, wird diese Epoche auch als Kupferzeit bezeichnet. Später wurde Kupfer mit Zinn und Blei zu Bronze legiert, was eine härtere Legierung zur Folge hat und in die sogenannte Bronzezeit mündete.
Kupfer kommt in der Erdkruste mit einem Gehalt von etwa 0,006 Prozent vor und steht damit in Bezug auf die Häufigkeit der Elemente in der Erdkruste an der 23. Stelle. Häufig tritt Kupfer gediegen auf, das heißt in seiner elementaren Form. Kupfer ist daher als sogenanntes grandfathered Mineral anerkannt, also eine eigenständige Mineralart.
Wie sieht Kupfer aus?
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Kupfer besitzt eine typische orange-rötliche Färbung und schimmert glänzend. Neben Gold ist Kupfer eines der wenigen farbigen metallischen Elemente, Aufgrund dieser Optik ist Kupfer mittlerweile zu einem beliebten Metall für Dekorationen geworden - etwa Lampen.
In der Natur kommt Kupfer häufig in basaltischer Lava vor - entweder in Form von kupferroten, metallisch glänzenden Nuggets oder in so genannten Dendriten. Nuggets entstehen, wenn sie aus der Schmelze erstarren. Weniger häufig ist Kupfer in kristalliner Ausbildung anzutreffen. Kupfer tritt häufig zusammen mit sekundären Kupfermineralen auf, dazu zählen Bornit, Chalkosin, Cornwallit, Cuprit, Azurit und Malachit sowie Tenorit. Aber auch Minerale wie Calcit, Klinoklas, Prehnit, Pumpellyit, Quarz und Silber können mit Kupfer vergesellschaftet sein.
Kupfer ist in mehr als 20 Länder zu finden. Die größten Vorkommen in Form von Reserven gibt es in Chile (190 Millionen Tonnen), Australien (97 Millionen Tonnen) und Russland (62 Millionen Tonnen). Entsprechend konzentriert ist die Minenproduktion von Kupfer. So hat Chile im Jahr 2022 mit knapp 5,2 Millionen Tonnen am meisten Kupfer produziert, gefolgt von Peru und Kongo mit je 2,2 Millionen Tonnen und den USA mit 1,3 Millionen Tonnen.
Bei der Raffinerieproduktion sieht es etwas anders aus: Hier führt China mit großem Abstand (11 Millionen Tonnen in 2022) vor Chile (2,1 Millionen Tonnen) und Kongo (1,7 Millionen Tonnen). Die Demokratische Republik Kongo hat in den vergangenen Jahren viel in die Weiterverarbeitung investiert, sodass die Raffinade von Kupfer eine immer größere Rolle bei der lokalen Wertschöpfung spielt.
Länder mit der höchsten Kupfer-Minenproduktion 2025
Chile
5.300
Dem. Rep. Kongo
3.200
Peru
2.700
China
1.800
Russland
1.300
USA
1.000
Sambia
940
Australien
730
Indonesien
710
Kasachstan
710
Mexiko
690
Kanada
500
Quelle: USGS Mineral Commodity Summaries 2026
Selbst wenn der Krieg gegen die Ukraine schnell zu Ende geht, bleibt die Versorgungssituation bei Kupfer angespannt. Denn die Kupfervorkommen auf der Erde könnten schneller zu Ende gehen als erwartet. Nach Informationen des USGS verfügt die Menschheit derzeit über 890 Mio. Tonnen Kupferreserven und 2.100 Millionen Tonnen an bekannten Ressourcen. Die noch unentdeckten Ressourcen schätzt die USGS auf rund 3,5 Mrd. Tonnen.
Bliebe die weltweite Förderung des Metalls auf dem Niveau des Jahres 2021 würden diese Reserven noch etwa 42 Jahre ausreichen. Die Ressourcen wären in 100 Jahre erschöpft. Wenn der sich Bedarf an dem Buntmetall wie von der IEA erwartet jedoch bis 2040 verdoppelt, könnten die Lagerstätten erheblich schneller restlos geleert sein.
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Kupferminen in Deutschland?
In Südthüringen und in der Lausitz werden mögliche Kupfervorkommen in Deutschland exploriert. Anglo American exploriert im Landkreis Schmnalkalden-Meiningen über seine Tochter Kupfer Copper Gernamy. Mit guten Ergebnissen: In 700 Metern Tiefe war das Unternehmen zwischen Dörrensolz und Stefpershausen erfolgreich. Weitere Bohrungen sind geplant, aufgrund derer dann entschieden werden soll, ob ein wirtschaftlicher Abbau möglich ist.
Die zweite Explorationsregion ist die Lausitz. Dort will Kupferschiefer Lausitz (KSL) ab 2030 eine Lagerstätte abbauen. Aktuell kämpft das Unternehmen aber noch mit Umweltauflagen und anderen Bürokratiehindernissen. Wie Berechnungen zeigen, sollen rund 1,5 Mio. Tonnen Kupfer in der Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife vorhanden sein. Diese will KSL über einen Zeitraum von 20 Jahren "so effizient und ressourcenschonend wie möglich" abbauen.
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Dabei kommen die Unternehmen, die in einem Land das Kupfer aus dem Boden holen, nur selten aus dem Land, in dem die Vorkommen liegen. Bestes Beispiel dafür ist Freeport-McMoRan, ein US-Unternehmen, das den Großteil seines Kupfers in Indonesien gewinnt. Der Gegenentwurf dazu ist Coldeco, ein staatliches Rohstoffunternehmen in Chile und die Nummer Eins unter den Kupferherstellern.
Die größten Kupferminen 2025
Platz
Mine
Land
Eigentümer
Kapazitätv (in 1.000 Tonnen)
1
Escondida
Chile
BHP, Rio Tinto, Japan Escondida
1.350
2
Grasberg
Indonesien
PT Freeport Indonesia
800
3
Collahusi
Chile
Anglo American, Glencore, Mitsui, JX Holdings
600
4
Kamoa-Kakula
Dem. Rep. Kongo
Ivanhoe Mines, Zijin Mining, Crystan River, Regierung Dem. Rep. Kongo
600
5
Morenci
USA
Freeport-McMoRan, Sumitomo
570
6
Cerro Verde
Peru
Freeport-McMoRan, Sumitomo, Compania de Minas Buenaventura
550
7
Buenavista des Cobre
Mexiko
Grupo Mexico
535
8
Antamina
Peru
BHP, Teck, Glencore, Mitsubishi
450
8
Tenke Fungurume
Dem. Rep. Kongo
China Molybdenum, BHR Partners, Gecamines
450
10
El Teniente
Chile
Coldeco
401
11
Cobre Panama
Panama
First Quantum Minerals, Korea Panaman Mining
400
11
Las Bambas
Peru
MMG, Guoxin, CITIC Metal
400
11
Los Pelambres
Chile
Antofagasta, Nippon Mining, Mitsubishi Materials
400
11
Polar Division
Russland
Norilks Nickel
400
15
Chuquicamata
Chile
Coldeco
370
16
Oyu Tolgoi
Mongolei
Rio Tinto, Regierung der Mongolei
350
17
Quellaveco
Peru
Anglo American Mitsubishi
340
18
Spence
Chile
BHP
315
19
Bingham Canyon
USA
Kennecott (Rio Tinto)
310
20
Kamoto
Kongo
Katanga Mining, Gecamines
300
20
Quebrada Blanca
Chile
Teck, Sumitomo, Coldeco
300
20
Toromocho
Peru
Chinalco
300
Quelle: World Copper Factbook 2025
Kupferpreis: Was kostet ein Kilo Kupfer?
Die größten Kupferproduzenten 2025
1
BHP
1,47
2
Coldeco
1,439
3
Freeport-McMoRan
1,078
4
Southern Copper
0,953
5
Zijin Mining
0,885
6
Glencore
0,851
7
CMOC Group
0,741
8
Rio Tinto
0,735
9
Anglo American
0,695
10
KGHM Polska
0,591
Quelle: Investingnews.com
Kupfer befindet sich aktuell im Schweinezyklus. Wie die Deutsche International Copper Study Group (ICSG) berichtet, förderten Kupferminen 2025 mit rund 23,5 Mio Tonnen etwa 1,4 Prozent mehr des Buntmetalls als im Vorjahr zu Tage. Der Bedarf jedoch war so groß, dass 2025 trotzdem weltweit rund 440.000 Tonnen Kupfer fehlten. So ist es auch kein Wunder, dass der Kupferpreis seit Mitte 2025 stetig ansteigt. Sein vorläufiges Rekordhoch mit mehr als 10.000 USD pro Tonne knackte der Kupferpreis im Mai 2026, als er zum ersten Mal über 14.000 USD sprang.
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Kupferpreis seit 2020.TECHNIK+EINKAUF
Zukünftige Markttrends und Prognosen für Kupfer
Langfristig droht der Welt eine Kupferknappheit. Bei einem aktuellen Kupferpreis von ca. 13.500 USD pro Tonne lohnt es sich zwar, neue Vorkommen zu erschließen, doch die Nachfrage steigt schneller als von der Branche erwartet. Angefeuert wird sie von der Modernisierung und Erweiterung der Stromnetze für die Digitalisierung und die Energiewende sowie dem Umstieg auf E-Autos. Michael Widmer, Analyst bei der Bank of America, rechnet damit, dass die weltweite Kupfernachfrage bis 2030 um 10 % auf 30,32 Mio. Tonnen gegenüber diesem Jahr steigen wird. Widmer erwartet, dass das globale Kupfermarktdefizit im Jahr 2030 1,84 Mio. Tonnen erreichen wird.
Rechenzentren machen einen immer größeren Anteil aus: Laut der Beratungsfirma CRU betrug die Kupfernachfrage durch Datenzentren im Jahr 260.000 Tonnen - gegenüber 78.000 Tonnen im Jahr 2020. Bis 2030 sollen daraus mehr als 650.000 Tonnen werden.
Welche Branchen benötigen Kupfer?(Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten des EU Raw Material Information System)
Kupfer-Verwendung: Wo steckt am meisten Kupfer drin?
Kupfer ist kein Edelmetall. Dennoch war es mit einem Preis von 10.390 US-Dollar pro Tonne noch nie so wertvoll wie Anfang April 2022. In den vergangenen zwei Jahren ist die Notierung für das Buntmetall an der London Metall Exchange damit um mehr als 116 Prozent gestiegen.
Auslöser der Hausse ist die im Zuge der Energie- und Klimawende massiv steigende Nachfrage nach Kupfer. Traditionell verarbeitet die Elektroindustrie rund 60 Prozent des nach Deutschland importierten sowie des durch Recycling wieder gewonnenen Buntmetalls vor allem zu Leitungen und Kabeln. Künftig wird sie es auch zunehmend für den Bau von Windkraftgeneratoren, Stromspeichern sowie für die im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren Energien erforderliche Erweiterung und Modernisierung des Leitungsnetzes benötigen. Der Kupferbedarf wird sich dadurch bis 2040 verdoppeln, erwartet die Internationale Energieagentur (IEA).
Kupfer für die Elektromobilität
Auch die Automobilindustrie wird künftig mehr Kupfer verarbeiten. Bislang stellt sie mit rund neun Prozent der hierzulande verfügbaren Menge des Metalls vor allem Bremsleitungen her. Für den Bau von Elektrofahrzeugen wird sie in den kommenden Jahren allerdings rund vier Mal so viel Kupfer benötigen wie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Während in diesen im Schnitt 23 Kilogramm Kupfer verbaut sind, enthält ein Stromer wenigstens 83 Kilo des Buntmetalls.
Kupfer findet sich vor allem in den Wicklungen von Elektromotoren. Sie tragen dazu bei, die Verluste zu minimieren und so die Energieeffizienz zu verbessern.
Batteriehersteller verarbeiten Kupfer zudem in den Anoden ihrer Akkus. Kupferfolien dienen als Stromsammler im Batteriepack und sind entscheidend für die Leitfähigkeit und Leistung der Batterie. Mit der Entwicklung fortschrittlicherer Batterietechnologien könnte der Bedarf an Kupfer sogar noch weiter steigen, um höhere Energiedichten und schnellere Ladezeiten zu ermöglichen.
2023 wurden laut EU Raw Minerals Information System rund 276.311 Tonnen Kupfer in neuen Fahrzeugen verbaut - darin sind sowohl E-Autos, Hybride, Verbrenner, aber auch CNG- bzw. LPG-Autos enthalten. Allein für reine E-Autos waren es 30.114 Tonnen.
Nachfrage nach raffiniertem Kupfer.(Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten von ICSG)
Kupfer in der Elektronik- und Elektrikbranche
Kupfer spielt eine herausragende Rolle in diesen Branchen. Nicht umsonst haben die USA Kupfer als kritisches Metall eingestuft. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften ist der Rohstoff in der Elektronik- und Elektrikbranche unverzichtbar - vor allem im Hinblick auf die Energie- und Verkehrswende und die damit verbundene Elektrifizierung vieler Prozesse und Maschinen.
Elektrische Leitfähigkeit: Kupfer ist eines der besten Leiter für Elektrizität. Es wird häufig für elektrische Leitungen, Kabel und Verdrahtungen in einer Vielzahl von Geräten und Anlagen verwendet. Seine hohe Leitfähigkeit ermöglicht eine effiziente Übertragung von elektrischem Strom mit minimalen Verlusten.
Wärmeleitfähigkeit: Neben seiner elektrischen Leitfähigkeit ist Kupfer auch ein ausgezeichneter Wärmeleiter. Dies macht es ideal für die Verwendung in Kühlkörpern und Wärmetauschern in elektronischen Geräten, um eine Überhitzung zu verhindern.
Flexibilität und Formbarkeit: Kupfer ist leicht formbar und kann ohne Bruch oder Rissbildung in verschiedene Formen gebogen werden. Diese Eigenschaft ist besonders wichtig für die Herstellung von elektrischen Kabeln und Leitungen, die oft flexibel sein müssen.
Korrosionsbeständigkeit: Kupfer ist relativ beständig gegen Korrosion. Dies verlängert die Lebensdauer von elektrischen Komponenten und reduziert die Wartungskosten.
Verwendung in Halbleitern und Mikrochips: In der modernen Elektronik wird Kupfer auch in Halbleitern und Mikrochips verwendet. Es dient als Verbindungsmaterial zwischen verschiedenen Komponenten auf einem Chip und verbessert die Leistung und Effizienz elektronischer Geräte.
Erneuerbare Energien: Für die Energiewende Kupfer zunehmend in Solarzellen, Windturbinen und anderen grünen Technologien eingesetzt. Es ist entscheidend für die effiziente Erzeugung, Speicherung und Verteilung erneuerbarer Energie.
Elektromobilität: Mit dem Anstieg der Elektromobilität steigt auch der Bedarf an Kupfer. Elektrofahrzeuge benötigen deutlich mehr Kupfer als traditionelle Fahrzeuge, insbesondere in Batterien, Elektromotoren und der Ladeinfrastruktur.
Die größten Kupferraffinerien weltweit 2023.(Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten von ICSG)
Lässt sich Kupfer gut recyceln?
Aus der Abhängigkeit von diesen Anbietern und Lieferländern könnte sich Deutschland teilweise befreien, wenn es mehr Kupfer recyceln würde. Immerhin lässt sich das Metall ohne Qualitätsverlust wiederverwerten. So dass theoretisch das gesamte jemals abgebaute Kupfer unendlich nutzbar bleibt. Deutschland recycelt nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, UNEP, allerdings bislang nicht mal die Hälfte des in Altprodukten enthaltenen Buntmetalls. Dabei betreibt die Hamburger Aurubis AG in Lünen eine der größten Kupferrecyclinganlagen der Welt.
Entspannung auf dem Beschaffungsmarkt für Kupfer könnte auch die Wiederbelebung des Abbaus des Metalls in Deutschland bringen. Die Kupferschiefer Lausitz GmbH, eine Tochter des US-Bergbaukonzerns Minera, hat daher jüngst ein Projekt zum Kupferabbau in Spremberg in der Lausitz wiederaufgenommen. Dort lagern 130 Millionen Tonnen Kupfererz, die sich zu 1,9 Millionen Tonnen reinem Metall verhütten ließen.
Kupferschrott hat unterschiedliche Qualitäten und Preise
Kupfer, blank I, Milberry besteht aus sauberen Kupferdrähten, die mindestens einen Durchmesser haben. Es handelt sich um zu 99,9 Prozent reines Kupfer, welches zum größten Teil aus geschälten Elektrokabeln stammt. Das blanke Kupferkabel muss frei von Anhaftungen wie Fett, Zinn, Schmutz oder Isolationsrückständen sein, es soll darüber hinaus kupfertypisch rotgold glänzen. Eine weitere Vorgabe ist, dass der Draht rein mechanisch, also „kalt“, das heißt ohne Feuereinwirkung von der ihn umgebenden Isolation getrennt worden sein. Entsprechend hoch ist der Preis für Kupferschrott in der Kategorie Milberry.
Kupfer, gemischt, Raff besitzt einen Reinheitsgrad von mindestens 95 bis 96 Prozent. Bei dieser Kategorie handelt es sich um oxidiertes bzw. verunreinigtes Kupfermaterial, das bereits verwendet wurde. Bei diesem Material sind deutliche Verwitterungseinflüsse, Legierungen, Lack-, Öl-, und Fettanhaftungen, Lötstellen erlaubt. Ein Beispiel sind oxidierte, alte Dachrinnen oder Lackdraht. Diese Kategorie erzielt den geringsten Kupferschrottpreis, aufgrund des geringeren Reinheitsgrades. Aber auch er ist abhängig vom Kupferbörsenpreis.
Kupfer schwer, Berry bezeichnet alten, gebrauchten, bereits leicht oxidierten Kupferschrott mit einer schwarz-grünlichen Oxidationsschicht. Um in dieser Kategorie zu landen, benötigt der Kupferschrott einen Kupferanteil von mindestens 98 Prozent. Häufig finden sich hier Materialien aus Oberleitungen, aber auch Bleche, Rohre und Haardraht umfasst die Kategorie Berry. Es dürfen Korrosionsrückstände vorhanden sein, jedoch sind Ölrückstände, Fette oder Lacke verboten.
Kupfer, blank II, Kerze umfasst blankes, neues, nicht verunreinigtes Kupfermaterial, welches zu mindestens 99 Prozent aus reinem Kupfer. In der Regel handelt es sich hierbei um Restmaterialien von Dachdeckern oder SHK-Handwerkern. Beispiele sind etwa Schienen, Bleche, Stanzabfälle und Rohrabfälle.
Noch geringere Preise erzielen Kupfer-Messing-Gemische.
Nachhaltigkeit und Umweltauswirkungen der Kupferindustrie
Der Abbau von Kupfer, vor allem im Tagebau hat Auswirkungen auf die Landschaft. Große Flächen werden benötigt, die für den Ackerbau oder den Umweltschutz verloren gehen. Zudem entstehen beim Kupferabbau Abwässer, die Schwermetalle enthalten können. Diese Tailings werden in riesigen Becken zurückgehalten, können jedoch bei Unfällen ins Grundwasser gelangen. So geschah es bei einem gebrochenen Damm einer Mine in der Nähe der brasilianischen Stadt Brumadinho im Jahr 2019.
Auch Staubpartikel können zu Verschmutzungen beim Abbau von Kupfer führen. Bei der Raffination von Kupfer entstehen Gase wie Schwefeldioxid. Generell ist die Verarbeitung von Kupfer sehr energieintensiv und viele Raffinerien nutzen für ihre Prozesse fossile Brennstoffe, was den Ausstoß von Treibhausgasen bedeutet. Nach Angaben des deutschen Kupferinstituts werden heute im Durchschnitt weniger als fünf Tonnen CO2 emittiert, um eine Tonne Kupfer zu produzieren.
Einkauf Rohstoff Kupfer
Zusammenfassung Rohstoff Kupfer Beschreibung
Chemisches Element ‚Cu‘ mit der Ordnungszahl 29
Kupfer leitet Wärme und Elektrizität besser als die meisten anderen Metalle
Es ist extrem säure- und korrosionsbeständig, formbar und schwingungsresistent
Auch bei tiefen Temperaturen versprödet Kupfer nicht
Kupfer bildet leicht Legierungen mit anderen Metallen. In Verbindung mit Zinn wird daraus Bronze hergestellt zusammen mit Zink Messing.
Verwendung
Baubranche (28%)
Elektrische Infrastruktur (16%)
Automobilindustrie (13%)
Maschinenbau (12%)
Elektronik, IT-Technik (5%)
Größte Förderländer
Chile (26,7%)
Peru (10,5%)
China (8,6%)
Dem. Rep. Kongo (8,6%)
Größte kupferfördernde Unternehmen (mit Anteil an der weltweiten Kupferförderung)
Corporacion Nacional del Cobre (8,6%)
BHP Billiton Group (6,3%)
Glencore (6,1%)
Southern Copper (4,8%)
Vorhandene Reserven*
880 Mio. Tonnen
Vorhandene Ressourcen**
2.100 Mio. Tonnen
Statistische Reichweite der Reserven
42 Jahre
Statistische Reichweite der Ressourcen
100 Jahre
Recyclingquote
Kupfer kann theoretisch zu 100 Prozent ohne Qualitätsverlust wiedergewonnen werden. Derzeit liegt die weltweite Recyclingquote allerdings nur bei 50 Prozent.
Substituierbarkeit
Kupfer kann in einzelnen Anwendungen durch Rohstoffe wie Titan, Glasfaser oder Plastik substituiert werden. In Stromleitungen ließe es sich durch Aluminium
ersetzen. Natrium-Ionen-Batterien wie sie der chinesische Spezialist, CATL, künftig in Erfurt für Elektrofahrzeuge herstellt, kommen anders als herkömmliche
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, US Geological Survey (USGS)
*Reserven = aktuell bekannte, mit der vorhandenen Technologie rentabel ausbeutbare Vorkommen
**Ressourcen = aktuell bekannte, aber noch nicht rentabel ausbeutbare Vorkommen
Die größten Kupferminen 2025
Platz
Mine
Land
Eigentümer
Kapazitätv (in 1.000 Tonnen)
1
Escondida
Chile
BHP, Rio Tinto, Japan Escondida
1.350
2
Grasberg
Indonesien
PT Freeport Indonesia
800
3
Collahusi
Chile
Anglo American, Glencore, Mitsui, JX Holdings
600
4
Kamoa-Kakula
Dem. Rep. Kongo
Ivanhoe Mines, Zijin Mining, Crystan River, Regierung Dem. Rep. Kongo
600
5
Morenci
USA
Freeport-McMoRan, Sumitomo
570
6
Cerro Verde
Peru
Freeport-McMoRan, Sumitomo, Compania de Minas Buenaventura
550
7
Buenavista des Cobre
Mexiko
Grupo Mexico
535
8
Antamina
Peru
BHP, Teck, Glencore, Mitsubishi
450
8
Tenke Fungurume
Dem. Rep. Kongo
China Molybdenum, BHR Partners, Gecamines
450
10
El Teniente
Chile
Coldeco
401
11
Cobre Panama
Panama
First Quantum Minerals, Korea Panaman Mining
400
11
Las Bambas
Peru
MMG, Guoxin, CITIC Metal
400
11
Los Pelambres
Chile
Antofagasta, Nippon Mining, Mitsubishi Materials
400
11
Polar Division
Russland
Norilks Nickel
400
15
Chuquicamata
Chile
Coldeco
370
16
Oyu Tolgoi
Mongolei
Rio Tinto, Regierung der Mongolei
350
17
Quellaveco
Peru
Anglo American Mitsubishi
340
18
Spence
Chile
BHP
315
19
Bingham Canyon
USA
Kennecott (Rio Tinto)
310
20
Kamoto
Kongo
Katanga Mining, Gecamines
300
20
Quebrada Blanca
Chile
Teck, Sumitomo, Coldeco
300
20
Toromocho
Peru
Chinalco
300
Quelle: World Copper Factbook 2025
FAQ - Kupfer in der Industrie
Was macht Kupfer zu einem so wichtigen Werkstoff in der Industrie?
Kupfer gehört zu den ältesten und vielseitigsten Industriemetallen der Welt. Es überzeugt durch seine hervorragende elektrische und thermische Leitfähigkeit, hohe Korrosionsbeständigkeit und gute Verformbarkeit. Diese Eigenschaften machen es unverzichtbar in der Elektrotechnik, im Maschinenbau, in der Bauwirtschaft und in der Energieversorgung.
In welchen Industriezweigen wird Kupfer am häufigsten eingesetzt?
Die größten Abnehmer sind die Elektroindustrie und der Energiesektor, wo Kupfer vor allem für Kabel, Leitungen und Transformatoren verwendet wird. Auch die Bauindustrie (Rohrleitungen, Dacheindeckungen), der Fahrzeugbau sowie die Elektronik- und Telekommunikationsbranche zählen zu den Hauptverbrauchern.
Welche Rolle spielt Kupfer in der Energiewende?
Kupfer ist ein Schlüsselmaterial der Energiewende. Windkraftanlagen, Solarpanele, Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastrukturen benötigen erheblich mehr Kupfer als konventionelle Technologien. Ein Elektroauto enthält beispielsweise bis zu viermal mehr Kupfer als ein herkömmliches Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
Wie nachhaltig ist die industrielle Nutzung von Kupfer?
Kupfer ist nahezu unbegrenzt recycelbar, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Rund 35–40 % des weltweiten Kupferbedarfs werden bereits durch Recycling gedeckt. Im Vergleich zur Primärproduktion spart die Wiederverwertung bis zu 85 % der benötigten Energie, was Kupfer zu einem vergleichsweise nachhaltigen Industrierohstoff macht.
Welche Herausforderungen bestehen bei der Kupferversorgung der Industrie?
Die Nachfrage nach Kupfer steigt weltweit stark an, während hochwertige Erzvorkommen zunehmend schwerer zugänglich und ertragsärmer werden. Hinzu kommen geopolitische Abhängigkeiten, da ein Großteil der globalen Förderung in wenigen Ländern wie Chile und Peru konzentriert ist. Preisvolatilität und Lieferkettenrisiken stellen die Industrie daher vor wachsende Planungsherausforderungen.