Einkaufsmanagerindex und Kosteninflation

Einkaufsmanagerindex: Irankrieg treibt Kosten in die Höhe

Der Einkaufsmanagerindex ist im März 2026 auf 52,2 Punkte gestiegen. Gleichzeitig haben Krieg, höhere Energiepreise und neue Lieferkettenstörungen den Kostendruck in der Industrie deutlich verschärft.

Der Irankrieg hat massive Auswirkungen auf die Einkaufspreise.

Summary: Der S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland ist im März 2026 auf 52,2 Punkte gestiegen. Treiber waren höhere Auftragseingänge, Sicherheitsbestände und eine beschleunigte Produktion, vor allem bei Vorleistungs- und Investitionsgütern. Gleichzeitig nahmen Kosteninflation, Lieferverzögerungen und Unsicherheit wegen des Krieges im Nahen Osten zu, während sich die Geschäftsaussichten eintrübten.

Warum der Einkaufsmanagerindex zulegt

Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist im März 2026 auf 52,2 Punkte gestiegen, nach 50,9 Punkten im Februar. Damit erreichte der Indikator für das Geschäftsklima den höchsten Stand seit Mai 2022.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, meldeten die Hersteller erneut ein deutliches Wachstum bei Produktion und Auftragseingängen. Umfrageteilnehmende führten die stärkeren Auftragseingänge vor allem auf Bemühungen zurück, Sicherheitsbestände aufzubauen und weiteren Preissteigerungen zuvorzukommen. Auch die Auslandsaufträge legten zu und wuchsen so stark wie seit neun Monaten nicht mehr.

Parallel dazu stockten die Unternehmen ihre Einkaufsmenge auf. Der entsprechende Index erreichte den höchsten Stand seit Juni 2022. Dagegen wurde bei den Vormaterial- und Fertigwarenlagern ein stärkerer Rückgang gemeldet.

Wie sich Produktion und Teilbranchen entwickeln

Die Produktion kletterte im März auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Getragen wurde der Aufschwung vor allem vom Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich. Im Konsumgüterbereich zeigte sich dagegen ein Rückgang.

Im Konsumgüterbereich beschleunigten sich die Schrumpfungsraten bei Produktion und Auftragseingang. Zudem wurde hier der größte Beschäftigungsrückgang seit 18 Monaten verzeichnet, während der Geschäftsausblick einbrach. Die Lieferzeiten verlängerten sich trotz deutlich geringerer Einkaufsmenge.

Im Vorleistungsgüterbereich führte die anziehende Binnenkonjunktur zum höchsten Plus bei den Neuaufträgen seit 49 Monaten. Die Produktion wurde deutlich ausgeweitet, zugleich hielt der Stellenabbau an. Die Kosteninflation erreichte hier den höchsten Stand seit September 2022.

Im Investitionsgüterbereich beschleunigten sich die Zuwachsraten bei Produktion, Auftragseingang und Einkaufsmenge. Gleichzeitig schrumpften die Vormaterial- und Fertigwarenlager deutlich. Auch in diesem Segment nahm der Inflationsdruck zu.

Warum der Kostendruck spürbar zunimmt

Der Kostendruck hat im März gegenüber Februar deutlich zugenommen. Die Inflationsrate der Einkaufspreise stieg auf den höchsten Stand seit Oktober 2022. Als Gründe nannten die befragten Unternehmen vor allem sprunghaft gestiegene Energiepreise sowie höhere Transport- und Rohstoffpreise.

Auch die Verkaufspreise zogen an. Laut Mitteilung versuchten einige Firmen, die gestiegenen Kosten zumindest teilweise an ihre Kunden weiterzugeben. Gleichzeitig nahmen die Verzögerungen in den Lieferketten zu, was die Belastung für die Industrie zusätzlich verschärfte.

Weshalb sich die Geschäftsaussichten eintrüben

Nachdem die Geschäftsaussichten im Februar noch auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen waren, fielen sie im März auf den tiefsten Stand seit November 2025. Ausschlaggebend waren laut den Herstellern vor allem massive Preisanstiege und die hohe Unsicherheit infolge des Krieges im Nahen Osten.

Die Krise wirkte damit in zwei Richtungen: Einerseits sorgte sie für Vorratsaufbau, höhere Auftragseingänge und eine deutlich ausgeweitete Fertigung. Andererseits nahmen Kosteninflation, Lieferkettenprobleme und Unsicherheit spürbar zu.

FAQ - Einkaufsmanagerindex im März

Warum steigt der Einkaufsmanagerindex im März 2026?

Der Einkaufsmanagerindex stieg wegen höherer Auftragseingänge, Vorratsaufbau und einer deutlich ausgeweiteten Produktion.

Was belastet den Einkaufsmanagerindex aktuell?

Belastend wirken vor allem der Krieg im Nahen Osten, steigende Energie-, Transport- und Rohstoffpreise sowie Lieferkettenstörungen.

Welche Bereiche stützen den Einkaufsmanagerindex?

Vor allem der Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich trugen den Aufschwung.

Welche Schwäche zeigt der Einkaufsmanagerindex im Konsumgüterbereich?

Dort beschleunigten sich die Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang, zudem fiel der Geschäftsausblick deutlich.

Was sagt der Einkaufsmanagerindex über die Geschäftsaussichten aus?

Trotz besserer Produktion und Auftragslage haben sich die Geschäftsaussichten im März auf ein Vier-Monatstief eingetrübt.