Maschinenpark und Ressourcenschonung

Maschinenpark: So früh beginnt Ressourcenschonung

Im Diskurs rund um Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft liegt der Fokus meist auf Konsumgütern. Dabei beginnt Ressourcenschonung viel früher – nämlich bereits im Maschinenpark. Denn wer Maschinen instand hält, modernisiert und langfristig nutzt, leistet einen wirksamen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Ein Walzwerk nach der Überholung durch DEGUMA: Mit dem DEGUMA efficiency Konzept werden Sicherheit, Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich gesteigert.

Summary: Im Mittelpunkt steht der Maschinenpark als Hebel für mehr Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft in der Industrie. Beschrieben wird, wie Wartung, Modernisierung und Wiederverwendung die Lebensdauer von Maschinen verlängern und ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen. Zusätzlich wächst mit Blick auf die neue EU-Maschinenverordnung der Druck, bestehende Anlagen technisch, sicherheitsseitig und energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen.

Maschinen sind die zentralen Stellschrauben für einen nachhaltigeren Umgang mit Energie und Rohstoffen: Sie gehören sowohl in der Herstellung als auch der Entsorgung zu den ressourcenintensivsten Investitionsgütern in der Industrie – obwohl sie grundsätzlich für jahrzehntelangen Einsatz ausgelegt sind. Genau hier setzt ein Umdenken an: Die Lebensdauer von Maschinen zu verlängern ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung. Denn: Jede länger genutzte Maschine spart wertvolle Rohstoffe, Energie und CO₂ ein. 

Die 5R-Strategie: Warum der Maschinenpark für die Kreislaufwirtschaft relevant ist

Im Konsumbereich liest man häufig vom Prinzip der 5R – Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle. Dort wird es längst angewendet, doch das Prinzip lässt sich ebenso gut auf Investitionsgüter wie industrielle Maschinen übertragen: Übergeordnetes Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch zu minimieren und Abfall zu vermeiden, indem Produkte so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf verbleiben. Statt Maschinen zu ersetzen (Refuse), sollte der Fokus stärker auf der Reduzierung von Ressourcenverschwendung  (Reduce) durch regelmäßige Wartung, Reparatur und Modernisierung (Repair) liegen. So kann die Maschine auch weiterverkauft und -verwendet werden (Reuse). Erst irreparable Maschinen sollten fachgerecht für das Recycling entsorgt werden (Recycle).

5R für Investitionsgüter

  • Refuse: Nicht jede Neuanschaffung ist nötig. Oft lohnt sich eine Weiterverwendung bestehender Anlagen.
  • Reduce: Regelmäßige Wartung reduziert Ausfälle und vermeidet unnötige Ersatzinvestitionen.
  • Repair: Defekte Komponenten lassen sich gezielt instand setzen – effizienter als ein vollständiger Austausch.
  • Reuse: Gut gewartete Maschinen sind besser wiederverkaufbar und bleiben im Wirtschaftskreislauf.
  • Recycle: Erst am Ende des Lebenszyklus steht die fachgerechte Verwertung

Veraltete Anlagen gelten jedoch schnell als wirtschaftlich unattraktiv: zu hohe Energiekosten, zu hohe Ausfallzeiten, zu hoher CO₂-Ausstoß. In der Praxis, in der wirtschaftliche Argumente oft über umwelttechnischen stehen, wird daher immer noch häufiger an Neuanschaffung gedacht, als an Instandhaltung und Modernisierung. Dabei können mit nur geringem Aufwand auch jahrzehntealte Maschinen auf den aktuellen Stand der Technik und wirtschaftlichen Effizienz gebracht werden.

Wie Wartung und Pflege den Maschinenpark aufwerten

Trotz der hohen Anschaffungskosten für Neumaschinen wird häufig der Fehler gemacht, Maschinen nach einigen Jahren auszutauschen, ohne den Wert der bestehenden Infrastruktur zu berücksichtigen. Zusätzlich wird der Kauf einer Neumaschine als einmalige Investition betrachtet und Service- und Wartungsverträge als Kostenfalle abgetan. 

Doch das Gegenteil ist der Fall: Regelmäßige Pflege, Wartungen und Modernisierungen erzielen bei kleinen Kosten langfristige Einsparungen und erhöhte Lebensdauer. Wer investieren will, sollte also vorausschauend denken. 

Was gebrauchte Maschinen für den Maschinenpark leisten

Schon beim Kauf einer Maschine sollten daher bestimmte Aspekte für die Instandhaltung des Investitionsguts beachtet werden. Modulare Bauweisen ermöglichen beispielsweise nachträgliche Erweiterungen und bedarfsgerechte Anpassungen, ohne eine gesamte Anlage ersetzen zu müssen. Das spart nicht nur Kosten und Ressourcen, sondern trägt auch zu einem flexiblen und zukunftssicheren Maschinenpark bei. Komponenten wie Filter oder Schmierstellen, die regelmäßig geprüft werden müssen, sollten gut zugänglich sein, um Wartungs- und Pflegearbeiten effizient durchführen zu können. So werden teure Reparaturen und Ausfälle vermieden werden. Die erhöhte Verfügbarkeit der Maschine führt zu einer höheren Produktivität und damit zu einer höheren Planungssicherheit.  

Regelmäßige Wartungen durch Experten bieten außerdem den Vorteil, frühzeitig auf Modernisierungspotenziale aufmerksam zu werden und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Sollte die Maschine doch nicht mehr zum Bedarf passen, kann sie in einem gut gepflegten Zustand zu einem höheren Preis wiederverkauft werden. Gebrauchte Maschinen, die von Unternehmen wie DEGUMA angekauft werden, bleiben durch gezielte Upgrades weiterhin im Wirtschaftskreislauf und werden nach entsprechender Anpassung an aktuelle Standards wieder zum Verkauf angeboten. 

Warum die EU-Maschinenverordnung den Maschinenpark unter Druck setzt

Moderne Sicherheitsnachrüstungen spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO.

Spätestens zum und mit Inkrafttreten der neuen EU-Maschinenverordnung (2023/1230/EU) im Januar 2027 werden Unternehmen gezwungen sein, sich mit dem Zustand ihrer Maschinenparks auseinanderzusetzen. Mit der Verordnung wird eine wichtige Grundlage für europaweite Sicherheitsstandards von Maschinen geschaffen. 

Sie ersetzt die bisherige Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) und führt im Hinblick auf KI und digitale Technologien neue Anforderungen an die Sicherheit sowie an die Energieeffizienz von Maschinen ein. Die neue Verordnung setzt damit einen zusätzlichen Anreiz, nicht nur auf Neuanschaffungen zu setzen, sondern Wartung und Modernisierung als langfristige Strategie zu betrachten; nicht mehr nur als eine Frage der Kostensenkung, sondern der Betriebsfähigkeit und Rechtskonformität.  

Praxisbeispiel: Energieeffizienz durch Modernisierung  

Wer in die Modernisierung seiner Maschinen investiert und diese auf den neuesten Stand bringt, kann von Wettbewerbsvorteilen, langfristigen Einsparungen und erhöhter Effizienz profitieren. Ein Beispiel für solche Modernisierungslösungen für Walzwerke ist das DEGUMA efficiency Konzept.  

Ein zentraler Bestandteil dieser Modernisierung ist der Einsatz von Torquemotoren, die besonders bei niedrigen Drehzahlen eine hohe Energieeffizienz bieten. Sie reduzieren den Energieverbrauch, indem sie konstante Drehmomente liefern und so für eine besonders produktive und optimierte Maschinenleistung sorgen, was den Energieverbrauch deutlich senkt. Mit der Reduzierung des Ölverbrauchs als umweltschädlicher Betriebsstoff durch Planetengetriebe minimiert sich außerdem der Wartungsaufwand enorm. Neben den Antrieben spielen die Steuerungs- und Sicherheitstechniken eine ebenso wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen für die Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO. Moderne Antriebsregler und -systeme wie Frequenzumrichter optimieren den laufenden Betrieb, indem sie bedarfsgerechte Anpassungen der Maschinenparameter vornehmen und überschüssige Energie zurück in den Produktionsprozess führen.  

In Kombination mit neuer Sicherheitstechnik, Steuerungssystemen und mechanischer Generalüberholung kann so der CO₂-Ausstoß, der Wartungsaufwand und die Stillstandsdauer signifikant gesenkt werden. Bis zu 30 % Energieersparnis und bis zu 80 % weniger Wartungskosten sind realistisch – bei einer Lebensdauerverlängerung von bis zu 40 Jahren.

Das Unternehmen: DEGUMA-Schütz

DEGUMA-Schütz ist ein familiengeführtes mittelständisches Maschinenbau-Unternehmen, das sich auf Maschinen für die gummi- und kunststoffverarbeitende Industrie spezialisiert hat. Wesentlicher Bestandteil des Portfolios ist der Bau von Walzwerken für das Mischen von Gummi, Kunststoff und Silikon. Zudem überholt und modernisiert das Unternehmen mit Sitz in Geisa / Thüringen Maschinen anderer Hersteller aus der Branche und bietet diverse Dienstleistungen rund um die Maschinen an. Anlagen werden so nachhaltig länger und energiesparender nutzbar. Das Unternehmen DEGUMA wurde 1990 gegründet und wird seit 2019 von Viktoria Schütz und Daniela Dingfelder in zweiter Generation geführt. Die beiden Frauen setzen auf moderne Arbeitsformen, Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Kooperation und Co-Innovation. Dafür wurden sie unter anderem mit dem Impact of Diversity Award in der Kategorie „Diversity Game Changer Middlesized Industries“ ausgezeichnet. DEGUMA nimmt außerdem an diversen wissenschaftlichen Projekten teil, zum Beispiel zum Thema digitaler Zwilling.

FAQ zum Maschinenpark

Warum ist der Maschinenpark für die Ressourcenschonung wichtig?

Der Maschinenpark beeinflusst Rohstoffverbrauch, Energieeinsatz und CO₂-Ausstoß maßgeblich, weil Maschinen zu den ressourcenintensivsten Investitionsgütern der Industrie zählen.

Wie lässt sich der Maschinenpark länger wirtschaftlich nutzen?

Durch regelmäßige Wartung, Reparatur, Modernisierung und eine gute Pflege kann der Maschinenpark technisch aktuell und wirtschaftlich attraktiv bleiben.

Welche Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft für den Maschinenpark?

Die Kreislaufwirtschaft verlängert die Nutzung von Maschinen, fördert Wiederverwendung und Weiterverkauf und rückt Recycling erst an das Ende des Lebenszyklus.

Was verändert die neue EU-Maschinenverordnung für den Maschinenpark?

Die neue Verordnung erhöht die Anforderungen an Sicherheit, digitale Technologien und Energieeffizienz und macht die Überprüfung bestehender Maschinenparks wichtiger.

Welche Vorteile bringt die Modernisierung im Maschinenpark?

Genannt werden geringerer Energieverbrauch, weniger Wartung, reduzierte Stillstandsdauer und eine mögliche Lebensdauerverlängerung von bis zu 40 Jahren.