Im Diskurs rund um Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft liegt der Fokus meist auf Konsumgütern. Dabei beginnt Ressourcenschonung viel früher – nämlich bereits im Maschinenpark. Denn wer Maschinen instand hält, modernisiert und langfristig nutzt, leistet einen wirksamen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
Kathrin IrmerKathrinIrmer
Ein Walzwerk nach der Überholung durch DEGUMA: Mit dem DEGUMA efficiency Konzept werden Sicherheit, Energieeffizienz und Langlebigkeit deutlich gesteigert.
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Summary: Im Mittelpunkt steht der Maschinenpark als Hebel für mehr Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft in der Industrie. Beschrieben wird, wie Wartung, Modernisierung und Wiederverwendung die Lebensdauer von Maschinen verlängern und ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen. Zusätzlich wächst mit Blick auf die neue EU-Maschinenverordnung der Druck, bestehende Anlagen technisch, sicherheitsseitig und energetisch auf den aktuellen Stand zu bringen.
Maschinen sind die zentralen Stellschrauben für einen
nachhaltigeren Umgang mit Energie und Rohstoffen: Sie gehören sowohl in der
Herstellung als auch der Entsorgung zu den ressourcenintensivsten
Investitionsgütern in der Industrie – obwohl sie grundsätzlich für
jahrzehntelangen Einsatz ausgelegt sind. Genau hier setzt ein Umdenken an: Die
Lebensdauer von Maschinen zu verlängern ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll,
sondern auch ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung. Denn: Jede länger
genutzte Maschine spart wertvolle Rohstoffe, Energie und CO₂
ein.
Die 5R-Strategie: Warum der Maschinenpark für die Kreislaufwirtschaft relevant ist
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Im Konsumbereich liest man häufig vom Prinzip der 5R –
Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle. Dort wird es längst angewendet, doch das
Prinzip lässt sich ebenso gut auf Investitionsgüter wie industrielle Maschinen
übertragen: Übergeordnetes Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch zu minimieren
und Abfall zu vermeiden, indem Produkte so lange wie möglich im
Wirtschaftskreislauf verbleiben. Statt Maschinen zu ersetzen (Refuse), sollte
der Fokus stärker auf der Reduzierung von Ressourcenverschwendung (Reduce)
durch regelmäßige Wartung, Reparatur und Modernisierung (Repair) liegen. So
kann die Maschine auch weiterverkauft und -verwendet werden (Reuse). Erst
irreparable Maschinen sollten fachgerecht für das Recycling entsorgt werden
(Recycle).
5R für Investitionsgüter
Refuse:
Nicht jede Neuanschaffung ist nötig. Oft lohnt sich eine Weiterverwendung
bestehender Anlagen.
Reduce:
Regelmäßige Wartung reduziert Ausfälle und vermeidet unnötige
Ersatzinvestitionen.
Repair:
Defekte Komponenten lassen sich gezielt instand setzen – effizienter als ein vollständiger
Austausch.
Reuse:
Gut gewartete Maschinen sind besser wiederverkaufbar und bleiben im
Wirtschaftskreislauf.
Recycle: Erst am Ende des Lebenszyklus steht die fachgerechte
Verwertung
Veraltete Anlagen gelten jedoch schnell als wirtschaftlich
unattraktiv: zu hohe Energiekosten, zu hohe Ausfallzeiten, zu hoher CO₂-Ausstoß.
In der Praxis, in der wirtschaftliche Argumente oft über umwelttechnischen
stehen, wird daher immer noch häufiger an Neuanschaffung gedacht, als an Instandhaltung
und Modernisierung. Dabei können mit nur geringem Aufwand auch jahrzehntealte Maschinen
auf den aktuellen Stand der Technik und wirtschaftlichen Effizienz gebracht
werden.
Wie Wartung und Pflege den Maschinenpark aufwerten
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Trotz der hohen Anschaffungskosten für Neumaschinen wird
häufig der Fehler gemacht, Maschinen nach einigen Jahren auszutauschen, ohne
den Wert der bestehenden Infrastruktur zu berücksichtigen. Zusätzlich wird der
Kauf einer Neumaschine als einmalige Investition betrachtet und Service- und
Wartungsverträge als Kostenfalle abgetan.
Doch das Gegenteil ist der Fall: Regelmäßige Pflege,
Wartungen und Modernisierungen erzielen bei kleinen Kosten langfristige
Einsparungen und erhöhte Lebensdauer. Wer investieren will, sollte also vorausschauend
denken.
Was gebrauchte Maschinen für den Maschinenpark leisten
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Schon beim
Kauf einer Maschine sollten daher bestimmte Aspekte für die Instandhaltung des
Investitionsguts beachtet werden. Modulare Bauweisen ermöglichen beispielsweise
nachträgliche Erweiterungen und bedarfsgerechte Anpassungen, ohne eine gesamte
Anlage ersetzen zu müssen. Das spart nicht nur Kosten und Ressourcen, sondern
trägt auch zu einem flexiblen und zukunftssicheren Maschinenpark bei. Komponenten
wie Filter oder Schmierstellen, die regelmäßig geprüft werden müssen, sollten
gut zugänglich sein, um Wartungs- und Pflegearbeiten effizient durchführen zu
können. So werden teure Reparaturen und Ausfälle vermieden werden. Die erhöhte
Verfügbarkeit der Maschine führt zu einer höheren Produktivität und damit zu
einer höheren Planungssicherheit.
Regelmäßige
Wartungen durch Experten bieten außerdem den Vorteil, frühzeitig auf
Modernisierungspotenziale aufmerksam zu werden und entsprechende Maßnahmen zu
ergreifen. Sollte die Maschine doch nicht mehr zum Bedarf passen, kann sie in
einem gut gepflegten Zustand zu einem höheren Preis wiederverkauft werden. Gebrauchte
Maschinen, die von Unternehmen wie DEGUMA angekauft werden, bleiben durch
gezielte Upgrades weiterhin im Wirtschaftskreislauf und werden nach
entsprechender Anpassung an aktuelle Standards wieder zum Verkauf angeboten.
Warum die EU-Maschinenverordnung den Maschinenpark unter Druck setzt
Moderne Sicherheitsnachrüstungen spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO.DEGUMA
Spätestens zum
und mit Inkrafttreten der neuen EU-Maschinenverordnung (2023/1230/EU) im Januar
2027 werden Unternehmen gezwungen sein, sich mit dem Zustand ihrer Maschinenparks
auseinanderzusetzen. Mit der Verordnung wird eine wichtige Grundlage für europaweite
Sicherheitsstandards von Maschinen geschaffen.
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Sie ersetzt die bisherige
Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) und führt im Hinblick auf KI und digitale
Technologien neue Anforderungen an die Sicherheit sowie an die Energieeffizienz
von Maschinen ein. Die neue Verordnung setzt damit einen zusätzlichen Anreiz, nicht
nur auf Neuanschaffungen zu setzen, sondern Wartung und Modernisierung als
langfristige Strategie zu betrachten; nicht mehr nur als eine Frage der
Kostensenkung, sondern der Betriebsfähigkeit und Rechtskonformität.
Praxisbeispiel: Energieeffizienz durch Modernisierung
Wer in die
Modernisierung seiner Maschinen investiert und diese auf den neuesten Stand
bringt, kann von Wettbewerbsvorteilen, langfristigen Einsparungen und erhöhter
Effizienz profitieren. Ein Beispiel für solche Modernisierungslösungen für
Walzwerke ist das DEGUMA efficiency Konzept.
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Ein zentraler
Bestandteil dieser Modernisierung ist der Einsatz von Torquemotoren, die
besonders bei niedrigen Drehzahlen eine hohe Energieeffizienz bieten. Sie
reduzieren den Energieverbrauch, indem sie konstante Drehmomente liefern und so
für eine besonders produktive und optimierte Maschinenleistung sorgen, was den
Energieverbrauch deutlich senkt. Mit der Reduzierung des Ölverbrauchs als umweltschädlicher
Betriebsstoff durch Planetengetriebe minimiert sich außerdem der Wartungsaufwand
enorm. Neben den Antrieben spielen die Steuerungs- und Sicherheitstechniken
eine ebenso wichtige Rolle bei der Modernisierung von Maschinen für die
Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die neue MVO. Moderne Antriebsregler
und -systeme wie Frequenzumrichter optimieren den laufenden Betrieb, indem sie
bedarfsgerechte Anpassungen der Maschinenparameter vornehmen und überschüssige
Energie zurück in den Produktionsprozess führen.
In Kombination
mit neuer Sicherheitstechnik, Steuerungssystemen und mechanischer
Generalüberholung kann so der CO₂-Ausstoß, der
Wartungsaufwand und die Stillstandsdauer signifikant gesenkt werden. Bis zu 30 % Energieersparnis und bis zu 80 %
weniger Wartungskosten sind realistisch – bei einer
Lebensdauerverlängerung von bis zu 40 Jahren.
DEGUMA-Schütz ist ein familiengeführtes mittelständisches
Maschinenbau-Unternehmen, das sich auf Maschinen für die gummi- und kunststoffverarbeitende Industrie spezialisiert hat. Wesentlicher Bestandteil des
Portfolios ist der Bau von Walzwerken für das Mischen von Gummi, Kunststoff und
Silikon. Zudem überholt und modernisiert das Unternehmen mit Sitz in Geisa /
Thüringen Maschinen anderer Hersteller aus der Branche und bietet diverse
Dienstleistungen rund um die Maschinen an. Anlagen werden so nachhaltig länger
und energiesparender nutzbar. Das Unternehmen DEGUMA wurde 1990 gegründet und
wird seit 2019 von Viktoria Schütz und Daniela Dingfelder in zweiter
Generation geführt. Die beiden Frauen setzen auf moderne Arbeitsformen,
Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Kooperation und Co-Innovation. Dafür wurden sie
unter anderem mit dem Impact of Diversity Award in der Kategorie „Diversity
Game Changer Middlesized Industries“ ausgezeichnet. DEGUMA nimmt außerdem an
diversen wissenschaftlichen Projekten teil, zum Beispiel zum Thema digitaler Zwilling.
FAQ zum Maschinenpark
Warum ist der Maschinenpark für die Ressourcenschonung wichtig?
Der Maschinenpark beeinflusst Rohstoffverbrauch, Energieeinsatz und CO₂-Ausstoß maßgeblich, weil Maschinen zu den ressourcenintensivsten Investitionsgütern der Industrie zählen.
Wie lässt sich der Maschinenpark länger wirtschaftlich nutzen?
Durch regelmäßige Wartung, Reparatur, Modernisierung und eine gute Pflege kann der Maschinenpark technisch aktuell und wirtschaftlich attraktiv bleiben.
Welche Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft für den Maschinenpark?
Die Kreislaufwirtschaft verlängert die Nutzung von Maschinen, fördert Wiederverwendung und Weiterverkauf und rückt Recycling erst an das Ende des Lebenszyklus.
Was verändert die neue EU-Maschinenverordnung für den Maschinenpark?
Die neue Verordnung erhöht die Anforderungen an Sicherheit, digitale Technologien und Energieeffizienz und macht die Überprüfung bestehender Maschinenparks wichtiger.
Welche Vorteile bringt die Modernisierung im Maschinenpark?
Genannt werden geringerer Energieverbrauch, weniger Wartung, reduzierte Stillstandsdauer und eine mögliche Lebensdauerverlängerung von bis zu 40 Jahren.