Blick auf den KTL-Terminal am BASF-Standort in Ludwigshafen

Eine der neuen Verbindungen von DHL startet vom KTL-Terminal am BASF-Standort in Ludwigshafen. (Bild: DHL)

| von Dörte Neitzel

DHL Global Forwarding, der Logistikzweig der DHL-Gruppe, setzt seit Ende Mai zwei Ganzzüge auf der Neuen Seidenstraße zwischen Deutschland und China ein. Die beiden Komplettzüge von Europa nach China spiegelten die steigende Nachfrage nach Transportkapazitäten und kürzeren Laufzeiten in asiatische Länder auf der Schiene wider, so DHL.

Eine der neuen Verbindungen startet vom KTL-Terminal am BASF-Standort in Ludwigshafen und führt über Polen, Belarus, Russland und Kasachstan zum Bestimmungsterminal in Xi'an, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi. Zusätzlich ist eine neue Express-Zugverbindung zwischen Neuss und Xi'an über Kaliningrad eingerichtet worden. Die Laufzeit verringert sich laut DHL dabei auf zwölf Tage. Das bedeutet vor allem schnellere Laufzeiten nach Asien für Container-Komplett- (FCL) und -Teilladungen (LCL).

In die umgekehrte Richtung, von China nach Europa, bietet DHL bereits seit längerem Ganzzüge mit Abfahrten von Xi'an und Chengdu an.

Drei Vorteile für die Schienenverbindung nach China

In den letzten Jahren hatte der Logistikkonzern eine steigende Nachfrage nach Schienenverbindungen von und nach China verzeichnet und sieht in den neuen Verbindungen vor allem drei Vorteile: "Dank ihrer Kosteneffizienz, der kurzen Transitzeit und der geringeren CO2-Emissionen sind sie eine echte Alternative zu anderen Verkehrsträgern", erläutert Thomas Kowitzki, Head of Chinarail, Multimodal bei DHL Global Forwarding Europe. Die Nutzung der Logistikservices und Infrastruktur des KTL-Terminals in Ludwigshafen sei ein weiterer Schritt in Richtung einer noch stärker vernetzten Welt mit stabileren Lieferketten.

Was ist ein Ganzzug?

Autotransport als Ganzzug. (Bild: Johannes Martin Contrad/Wikimedia - GNU)

Ein Ganzzug bezeichnet einen Güterzug, der vom Start- zum Zielbahnhof als eine Einheit unterwegs ist. Die Zugteile besitzan also die gleiche Wagengattung, den gleichen Versender und Empfänger. Organisatorische oder betriebliche Zwischenstationen sind möglich - vor allem auf langen internationalen Transitstrecken wie beispielsweise der Neuen Seidenstraße. Optisch sind Ganzzüge meistens daran zu erkennen, dass sie aus Wagen oder der Ladung gleichen Typs zusammengestellt sind, wobei die Farbgebung variieren kann. Das macht die Beförderung in der Regel günstiger, da einzelne Wagen unterwegs nicht an- oder abgekoppelt werden müssen.

Was wird nach China transportiert?

Die Ganzzüge sind mit Waren aus ganz Europa beladen und werden über die Neue Seidenstraße 9.400 km zum zentralen Schienenhub nach Xi'an transportiert. Von dort verteilt DHL die Waren innerhalb Chinas sowie in Nachbarländer wie Südkorea, Japan und Vietnam. Die neuen Schienenverbindungen verkürzen die Laufzeiten auch für Kunden aus anderen europäischen Ländern wie den Benelux-Staaten, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Portugal.

Mehr Fahrten, kürzere Transportzeiten

Dass DHL das Rhein-Main-Gebiet als ein europäisches Gateway gewählt hat, ist kein Zufall: Ludwigshafen verfüge über eine hohe Transportnachfrage und sei damit ein idealer Ausgangspunkt für die Züge, so Max Siep, Leiter Business Development/Network Management Chinarail bei DHL Global Forwarding Europe. Durch das neue Angebot könnten mehr Kunden auf die Schiene umsteigen, was letztendlich zu häufigeren Abfahrtzeiten führe. "Gleichzeitig verbessern wir schrittweise die Transitzeiten", verspricht Siep.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_tue" existiert leider nicht.