Tabelle-Kriterien-Einkaufsstrategie

Diese Kriterien legen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bei ihrer Einkaufsstrategie an. (Grafik: Entero)

06. Sep. 2019 | 09:11 Uhr | von Dörte Neitzel

Anhand einer branchenbezogenen Analyse der wichtigsten Einkaufsstrategien  wird deutlich, inwieweit Unternehmen ihre KPIs auf die Strategie abstimmen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Einkaufscontrolling in Deutschland – Strategien, Systeme und Organisationsformen“ von Entero.

Beispielsweise legen viele Unternehmen großen Wert auf strategische Partnerschaften und Rahmenverträge, nutzen aber die speziell auf diese Strategien ausgerichteten Key Performance Indicators nur teilweise.

Die Top 10 der Einkaufsstrategien

Die drei wichtigsten Kriterien bzw. Ziele in der jeweiligen Einkaufsstrategie der Studienteilnehmer sind Qualität, Total Cost of Ownership sowie der Preis.

Diese Kriterien legen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bei ihrer Einkaufsstrategie an. (Grafik: Entero)

1. Rahmenverträge

Die Nutzung von Rahmenverträgen wurde am häufigsten als sehr wichtig eingestuft. Dies zeigt deutlich das Interesse der Unternehmen an einer langfristigen Beziehung zu ihren Lieferanten mit Sicherheit sowohl beim Preis als auch in der (Produktions-)Planung.

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2. Abrufkontrakte

Als Abrufkontrakt bezeichnet man einen speziellen Rahmenvertrag, der Regelungen für einen bedarfsorientierten Abruf von Materialien beim Lieferanten festlegt. Vielfach ohne konkrete Liefertermine ist vereinbart, welche Güter in welchen Mengen abgenommen werden.

3. Warengruppen

Der Einkauf nach Warengruppen liegt weiterhin auf Rang 2 bei den befragten Unternehmen – trägt er doch dazu bei, Schnittstellenprobleme zum Beschaffungsmarkt zu reduzieren.

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4. Part Sourcing

Der Stellenwert von Part Sourcing, also Lieferverträge für Rohstoffe oder Einzelteile, hat im Vergleich zur Studie 2013 zugenommen.

5. Preferential Sourcing

Viele Unternehmen versuchen, durch die Anwendung von Preferential Sourcing (Vorzugslieferanten-Strategie) die Anzahl der Lieferanten möglichst niedrig zu halten. Die am höchsten qualifizierten Lieferanten werden gern für Engpassteile (bei A-Materialien) genutzt.

6. Dual Sourcing

Um Vorteile des Single Sourcing mit denen des Multiple Sourcing zu kombinieren, greifen Unternehmen auf die Strategie des Dual Sourcing zurück. Die Vorteile hierbei sind hohe Rabatte durch die Bündelung von Bestellungen sowie die Reduzierung von Versorgungsrisiko und Abhängigkeit.

7. Multiple Sourcing

Die starke Nutzung von Multiple Sourcing, auch Multi Sourcing genannt, ist in dem großen Bedarf an Rohstoffen bzw. Einzelteilen im produzierenden Gewerbe begründet. Die Güter können von unterschiedlichen Lieferanten eingekauft werden, um sie später zum Endprodukt zusammenzusetzen.

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8. Local/Domestic Sourcing

Beim Local/Domestic Sourcing wird besonderer Wert auf die geografische Nähe zum Lieferanten gelegt. Ggf. höhere Warenpreise werden durch eine bessere Qualität, niedrigere Transportkosten und ein geringeres Versorgungsrisiko kompensiert.

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9. Global Sourcing

Global Sourcing schafft den Zugang zu Ressourcen und Produkten, die günstiger und/oder auf dem lokalen Markt nicht zu finden sind. Bei der Anwendung von Global Sourcing ist ein Mehraufwand an Koordination, Planung und Information über die Märkte nötig.

10. Lead Buyer

Lead-Buyer-Konzepte werden genutzt, um einen optimalen Kompromiss aus zentraler und dezentraler Einkaufsorganisation zu schaffen. Diese Konzepte basieren auf dem Einkauf nach Warengruppen und fördern durch die Konzentration den Aufbau von spezifischem Know-how.

Dabei haben unterschiedliche Branchen verschiedene Präferenzen für ihre Einkaufsstrategie:

Tabelle: Diese Einkaufsstrategien sind in unterschiedlichen Branchen beliebt

Diese Einkaufsstrategien sind in unterschiedlichen Branchen beliebt. (Tabelle: Entero)

 

Bild: freedom Studio/Shutterstock.com

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