Thyssenkrupp Materials wird jetzt zu TK Accelis und geht an die Börse.Björn Wylezich - stock.adobe.com
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Thyssenkrupp plant den Börsengang der Werkstoffhandelstochter TK Accelis. Das Essener Unternehmen teilte den Schritt am Dienstag mit; betroffen ist eine Sparte mit 15 500 Beschäftigten und 250 000 Kunden. Für die Industrie ist TK Accelis relevant, weil das Unternehmen Fabriken mit Materialien beliefert und zusätzliche Services anbietet.
Warum Thyssenkrupp den TK Accelis Börsengang vorbereitet
Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp plant einen weiteren Börsengang. Nach der Werftentochter TKMS (Thyssenkrupp Marine Services) soll nun TK Accelis folgen, die Werkstoffhandelstochter des Konzerns. Bis vor Kurzem firmierte die Sparte noch unter dem Namen Thyssenkrupp Materials Services. An der Spitze der Werkstoffhandelssparte steht Ilse Henne. Sie stellte in der vergangenen Woche den neuen Namen TK Accelis vor.
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Wie das MDax-Mitglied mitteilte, soll TK Accelis künftig eigenständig an der Börse positioniert werden. Endgültig sollen die Aktionäre darüber aber erst im August bei einer außerordentlichen Hauptversammlung abstimmen.
Aktien will Thyssenkrupp nicht verkaufen, stattdessen soll ein sogenannter Spin-Off stattfinden. Das heißt, die TK-Aktionäre erhalten automatisch anteilig eine gewissen Anzahl der neuen TK-Accelis-Aktien pro Thyssenkrupp-Aktie in ihr Depot. Erst danach beginnt der Handel an der Börse. Es ist das gleiche Vorgehen wie bei TKMS im vergangenen Herbst.
Thyssenkrupp gibt 49% an TK Accelis ab, die Mehrheit der Anteile verbleibt also bei Essener Konzern.
TK Accelis ist weltweiter Werkstoffhändler mit 150.000 verschiedenen Artikeln und beliefert Industrieunternehmen mit Rohstoffen und Produkten wie Stahl, Aluminium , Plastik oder Kupfer .
TK Accelis ist jedoch nicht ausschließlich im klassischen Werkstoffhandel aktiv. Darüber hinaus bietet das Unternehmen zusätzliche Dienstleistungen an. Dazu zählen erste Verarbeitungsschritte ebenso wie die Organisation von Logistikleistungen für Kunden.
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Damit besetzt die Sparte eine Schnittstelle zwischen Materialversorgung, industrieller Vorverarbeitung und Lieferkettenmanagement. TK Accelis soll so zum Problemlöser in einer Welt mit Kriegen, blockierten Handelswegen und Zöllen werden.
Welche Kennzahlen TK Accelis mitbringt
Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte TK Accelis einen Umsatz von 11,4 Mrd. EUR. Das ist ein Drittel des gesamten Umsatzes von Thyssenkrupp. In Europa sieht sich das Unternehmen als Marktführer.
Die Sparte zählt weltweit 15.500 Beschäftigte und betreut 250.000 Kunden von rund 380 Standorten in mehr als 30 Ländern. Damit gehört sie zu den größeren Einheiten im Thyssenkrupp-Konzern.
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Was der TK Accelis Börsengang für Thyssenkrupp bedeutet
Mit dem geplanten TK Accelis Börsengang treibt Thyssenkrupp-Chef Miguel López die Neuordnung der Konzernbereiche weiter voran. Nach dem Börsengang der Werftentochter TKMS sowie Thyssenkrupp Nucera soll die Werkstoffhandelssparte folgen.
TK Accelis wird nicht die letzte Ausgründung sein: Der 61-Jährige López will auch noch die übrigen Geschäftsbereiche und Töchter verselbständigen. Der Mischkonzern Thyssenkrupp soll in eine schlanke Holding umgebaut werden, die die Anteile der selbstständigen Tochterunternehmen managt.
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Als weitere Sparte könnten Automotive Technology, der grüne Maschinenbau und Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) auf der Liste stehen. Das Automobilzulieferergeschäft von Thyssenkrupp beschäftigt knapp 28.000 Mitarbeitende. Doch die Krise in der Automobilindustrie macht das Vorhaben aktuell nicht sehr lukrativ. In allen Sparten wird daher hart saniert, also Stellen gestrichen, damit sie entweder fit werden für die Selbstständigkeit - oder für einen möglichen Verkauf.