In der Diskussion um einen Industriestrompreis fordern die Bundesländer nun einen Brückenstrompreis.

Der Strompreis hat sich zwar wieder nach unten bewegt, für die Industrie bleiben die Kosten dennoch hoch. (Bild: studio v-zwoelf - stock.adobe.com)

19.2.2024: Strompreis für die Industrie sinkt unter Niveau von 2021

Der durchschnittliche Strompreis für kleine bis mittlere Industriebetriebe (ohne Stromsteuer) für Neuabschlüsse ist weiter deutlich gesunken und liegt zum Jahresbeginn 2024 bei 17,60 ct/kWh. Das entspricht einem Rückgang um 23 Prozent gegenüber dem Jahresmittel 2023 (2023: 22,92 ct/kWh). Das besagt die aktuelle Strompreisanalyse des BDEW.

Inklusive Stromsteuer beträgt der Preis im Januar 2024 im Durchschnitt 19,14 Cent pro kWh, im Jahresmittel 2021 waren es 21,38 Cent (ebenfalls inklusive Stromsteuer) - allerdings schlug damals noch die EEG-Umlage zu Buche. Der Beschaffungspreis inklusive Entgelt und Vertrieb liegt mit 16,16 Cent allerdings auf dem dritthöchsten Niveau nach 2022 (38,62 Cent) und 2023 (21,60 Cent).

8.2.2024: Dena veröffentlicht ersten Standard-Liefervertrag für PPAs

Der heute von der Marktoffensive Erneuerbare Energien veröffentlichte Standardvertrag für den deutschen Markt soll insbesondere diese Unternehmen beim Abschluss eines Power-Purchase-Agreements (PPA) unterstützen. Das Vertragsmuster bietet ihnen die Möglichkeit, auch ohne vertiefte Kenntnisse über PPA-Vertragsarten und Strommarkteffekte einen Liefervertrag abschließen zu können. Dabei werden Spezifika des deutschen Rechts und Stromhandels entsprechend reflektiert. Die dazugehörigen Guidance Notes geben Hinweise zu wesentlichen Aspekten und Ausgestaltungsoptionen.

++ Mehr zum Thema PPAs in der Energiebeschaffung lesen Sie hier ++

2.2.2024: Thüringer Unternehmen wollen selbst Strom erzeugen

Zwar hat sich die Lage auf dem Strommarkt leidlich entspannt, doch für energieintensive Unternehmen sind die Energiekosten nach wie vor ein dicker Batzen im Budget. Im thüringischen Apolda haben sich daher Unternehmen aus dem Gewerbewebie B87 zusammengetan, unter anderem Ospelt, Filinchen und Hörisch, um gemeinsam eigenen Strom zu erzeugen. "Der internationale Druck ist da. Ich als weltweit liefernder Drehteile-Produzent werde verglichen. Die Einkäufer vergleichen die Kontinente und da steht Europa, speziell Deutschland, momentan nicht gut da", sagt Hörisch-Geschäftsführer Torsten Hörisch dem MDR. Das Vertrauen in die Strompreise sei weg.

Verschiedene Energiegewinnungsvarianten, darunter Windkraft, Biomasse und Erdwärme, werden geprüft. Eine Studie soll im ersten Quartal 2024 unterschiedliche Szenarien aufzeigen. Ziel ist es, die Energieversorgung zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Initiative ist ein Pilotprojekt und wird entsprechend gefördert.​

31.1.2024: EU-Staaten beschließen F-Gas-Verordnung und neue Regeln zu ozonabbauenden Stoffen

Fluorierte Gase (F-Gase) und ozonabbauende Stoffe (ozone-depleting substances, ODS) werden in Geräten des täglichen Lebens wie Kühl- und Klimaanlagen verwendet. Sie sind äußerst starke, vom Menschen verursachte Treibhausgase mit einem besonders hohen Treibhauspotenzial, oft tausendfach stärker als Kohlendioxid (CO2). Sie machen zusammen über drei Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU aus.

Mit der F-Gas-Verordnung werden neue Beschränkungen eingeführt, um sicherzustellen, dass F-Gase in neuen Geräten nur dann verwendet werden, wenn keine geeigneten Alternativen zur Verfügung stehen, oder dass nur die klimafreundlichsten F-Gase verwendet werden. So müssen beispielsweise bei neuen Klimaanlagen, Wärmepumpen und elektrischen Geräten die klimafreundlichsten Gase verwendet werden, und einige Arten von Geräten dürfen gar keine F-Gase mehr enthalten.

In Mittelspannungsschaltanlagen kam zum Beispiel üblicherweise Schwefelhexafluorid (SF6), das weltweit stärkste Treibhausgas, zum Einsatz. Die neuen Beschränkungen werden von 2025 bis 2035 gelten, je nachdem, wie schnell bei den jeweiligen Geräten auf klimafreundliche Lösungen umgestellt werden kann. Insgesamt werden durch die neuen Regeln bis 2050 etwa 500 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Das entspricht in etwa den derzeitigen jährlichen Gesamtemissionen von Frankreich und Belgien zusammen.

23.1.2024: Industrie verbraucht 17 Prozent weniger Erdgas

Deutsche Industriebetriebe haben im vergangenen Jahr fast zehn Prozent weniger Energie verbraucht als 2021. Das liegt vor allem daran, dass wegen hoher Preise für Gas und Strom die Produktion zurückgefahren wurde. Im Jahr 2022 hat die deutsche Industrie ihren Energieverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent gedrosselt. Von den insgesamt verbrauchten 3.562 Petajoule wurde der weit überwiegende Teil, nämlich 89 Prozent, für die Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die verbleibenden elf Prozent der Energie wurde als Grundstoffe eingesetzt, etwa bei der Herstellung von Chemikalien, Düngemitteln oder Kunststoffen.

2022 lag die Produktion in den energieintensiven Branchen um 7,1 Prozent niedriger als im Vorjahr. Besonders auffällig war die Einsparung beim Erdgasverbrauch, der um mehr als 17 Prozent sank. Trotzdem blieb Erdgas mit 28 Prozent der am meisten genutzte Energieträger in der deutschen Industrie, gefolgt von Strom (21 Prozent), Mineralölen und deren Produkten (18 Prozent) sowie Kohle (15 Prozent).

Die chemische Industrie war auch 2022 der größte Energieverbraucher, ihr Anteil betrug 28 Prozent. Danach kamen die Metallerzeugung und -verarbeitung mit etwa 23 Prozent sowie die Kokerei und Mineralölverarbeitung mit zehn Prozent.

18.1.2024: USA könnten LNG-Exporte nach Europa einschränken

Der Dachverband der Gaswirtschaft, Eurogas, ist besorgt, dass die USA, ihre LNG-Exportkapazitäten reduzieren könnten. In einer Mitteilung bezieht sich Eurogas auf nicht näher genannte "Regierungskreise". Das würde "unweigerlich die Periode der Preisvolatilität in Europa verlängern und könnte zu Preiserhöhungen mit den daraus resultierenden Folgen für wirtschaftliche Turbulenzen und soziale Auswirkungen führen", heißt es in der Mitteilung. Eurogas appelliert, "nicht absichtlich eine neue Periode der Preisvolatilität in Europa auszulösen, die durch politisch bedingte LNG-Knappheit verursacht wird".

Der Verband fordert die US-Regierung daher auf, ein unnötiges Verbot oder eine Einschränkung neuer LNG-Exporte nach Europa zu vermeiden, da diese zur Versorgungssicherheit, zur Energiewende und zur Wirtschaft sowohl in den USA als auch in der EU beitragen.

++ Die größten Erdgas-Lieferanten ++

18.1.2024: Bundesregierung will Verkauf von Wintershall "sehr intensiv" prüfen

Deutschland könnte sein einziges Unternehmen verlieren, das Öl und Gas fördert: BASF will Wintershall Dea mit dem britischen Ölkonzern Harbour Energy fusionieren. Damit würden die beiden Zentralen in Kassel und Hamburg wegfallen und mit ihnen hunderte Arbeitsplätze. Das trifft auf politischen Widerstand. Laut Handelsblatt will die Bundesregierung den Deal "sehr intensiv prüfen". BASF hält 72,7 Prozent an Wintershall, die Investmentgesellschaft Letter One 23,7 Prozent. Eigentümer von Letter One ist der russische Milliardär Michail Fridman, der im Frühjahr 2023 auf die EU-Sanktionsliste gesetzt wurde. Der Verkauf soll insgesamt 1,96 Milliarden Euro schwer sein.

Gemäß Außenwirtschaftsverordnung (AWV) kann die Regierung unter bestimmten Voraussetzungen einen Unternehmensverkauf untersagen, wenn der Erwerber nicht aus der EU stammt. Kritik gibt es von Energieexperten und Strategen. So sagte SPD-Energiepolitiker Bengt Bergt dem Handelsblatt, der Verkauf bedeute nicht nur Verlust von Know-how. Deutschland verliere damit auch den technischen Zugriff auf Gasfelder. Ein Verkauf führe zudem zum Verlust von Expertenwissen über die Verfahren der Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS).

12.1.2024: Mittelständische Unternehmen zahlen 2024 Netzentgelte in Rekordhöhe

Laut der Netzentgeltanalyse 2024 von EnPortal zahlen mittelständische Unternehmen mit einem Verbrauch von 5 Millionen Kilowattstunden Strom künftig drastisch höhere Netzentgelte. Die Bandbreite variiert bei den fünf untersuchten Standorten Hamburg, Dresden, Frankfurt, München und Düsseldorf zwischen 21 und 65 Prozent Differenz zum Vorjahr, was bei letzterem zu Kostenerhöhungen im sechsstelligen Bereich führt.

Mittelständische Unternehmen zahlen beispielsweise am Standort Dresden bis zu 64,6 Prozent und somit 113.304 Euro mehr als im Jahr zuvor. Unternehmen in Frankfurt und München zahlen gleichermaßen sechsstellige Beträge. Firmen in Hamburg oder Düsseldorf müssen mit fünfstelligen Mehrkosten im Vergleich zum Vorjahr rechnen.

9.1.2024: Polifilm-Gruppe kauft Grünstrom als PPA von Getec-Energie

Seit dem 1. Januar 2024 beziehen die Standorte Weißandt-Gölzau und Osterburken der Polifilm-Gruppe, einem Produzenten von Extrusions- und Schutzfolien, Grünstrom über den Getec Energie. Im Rahmen eines Direktstromliefervertrages (Power Purchase Agreement, PPA) liefert der Energiedienstleister insgesamt mehr als 34 GWh Wind- und Solarstrom pro Jahr an die Unternehmen Polifilm Extrusion, Poli-Coat sowie Policycle. Der Strom kommt zum einen aus mehreren, nicht mehr geförderten deutschen Windparks, uum anderen wird er in mehreren Photovoltaikanlagen erzeugt. „Mit dem Bezug über Getec Energie gehen wir unserem Ziel als Polifilm Extrusion über 30 Prozent unseres Energiebedarfs aus erneuerbaren Ressourcen zu beziehen einen großen Schritt entgegen.“, sagt Patrick Ihms, kaufmännischer Leiter bei der Polifilm Extrusion und Projektverantwortlicher. „Insgesamt werden wir dadurch an beiden Standorten knapp 17.000 Tonnen CO2 bei der Produktion unserer Folienlösungen einsparen können.“

13.12.2023: Bahn-Tochter schließt PPA über Lieferung von Solarstrom

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Trading und die Bahn-Tochter DB Energie haben ein Power Purchase Agreement (PPA) über 160 GWh Solarstromlieferung abgeschlossen. MVV nutzt dafür drei konzerneigene PV-Parks für die Direktlieferung des Grünstroms. Die drei Standorte in Bremelau und Heudorf (beide Baden-Württemberg) und in Röckingen (Bayern) verfügen über eine Gesamtleistung von 36,5 MWp. Das PPA gilt ab dem 1. Januar 2024 und läuft über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren. Jährlich sollen rund 40 GWh Solarstrom aus den PV-Anlagen an die DB Energie fließen - inklusive der in den Anlagen produzierten Herkunftsnachweise.

Ein weiteres PPA hat DB Energie mit dem Wasserkraftwerk Mågeli im Süden Norwegens geschlossen. Von dort sollen jährlich fast 190 GWh grüner Strom fließen. Auch Windstrom ist Teil der PPA-Strategie der Bahn-Tochter: Ab 2024 liefert der Offshore-Windpark Nordsee Ost, der von Innogy und der RWE Supply & Trading betrieben wird für fünf Jahre Strom an DB Energie. Die Gesamtleistung liegt her bei 25 Megawatt.

++ Was ist ein PPA und welche Vorteile haben Industrieunternehmen? ++

24.11.2023: 40 Prozent mehr Rohstoff- und Energieeffizienz in der Prozessautomation möglich

(ZVEI) Um die Klimaziele zu erreichen, ist neben dem beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energien auch die Steigerung von Rohstoff- und Energieeffizienz von enormer Bedeutung. „Mindestens die Hälfte der benötigten Effizienzgewinne können wir durch eine flächendeckende Elektrifizierung, Digitalisierung, Automatisierung und vor allem Modularisierung erreichen“, so Felix Seibl, Geschäftsführer des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung. Die Potenziale, die die Prozessindustrie bietet, müssen hierzu gehoben und bereits vorhandene Lösungen eingesetzt werden. „Derzeit haben wir nur etwa 10 Prozent der Energieeffizienzhebel in Bewegung gesetzt. Weitere 40 Prozent sind auf längere Sicht möglich.“

Konkret werde dies mithilfe des digitalen Zwillings. Durch einen Trainingssimulator könne beispielsweise die Inbetriebnahme einer Großanlage deutlich schneller erfolgen. „Mit dem digitalen Zwilling lassen sich Betriebsszenarien simulieren und Sicherheit und Effizienz genau bewerten. Damit können große Mengen an Energie und Rohstoffen bei Inbetriebnahmephasen eingespart werden.“ so Seibl. Auch bislang ungenutzte Abwärme, die bei Produktionsprozessen anfällt, soll zukünftig besser genutzt werden. Die Abwärme wird hierzu an geeigneten Stellen im Betrieb konzentriert, um dann erneut etwa für Aufwärmprozesse oder zur Beheizung von Gebäuden genutzt zu werden.

++ Abwärmenutzung: Die größten Wärmepumpen der Welt ++

21.11.2023: Urteil des BVerfG: Wie geht es weiter mit der Klima-Förderung?

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hatte in der vergangenen Woche die Umwidmung von 60 Milliarden Euro im Haushalt 2021 für nichtig erklärt. Das Geld war als Coronakredit bewilligt worden, sollte aber über den Klimatransformationsfonds (KTF) nachträglich für den Klimaschutz und die Modernisierung der Wirtschaft eingesetzt werden. Nun sind Milliarden für Zukunftsvorhaben gefährdet. Wirtschaftsminister Habeck will die geplanten Klimaschutzmaßnahmen "nach wie vor möglich machen", das Land stecke in einer Polykrise, sagte der Grünenpolitiker am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

60 Milliarden sind damit plötzlich weg. Das führt schon im kommenden Jahr zu Engpässen. Denn insgesamt verfügte der Klimafonds bis zum Urteil über Rücklagen von rund 90 Milliarden Euro. Bleibt ein Rest von 30 Milliarden Euro. Hinzu kommen Erlöse aus dem Verkauf von Verschmutzungsrechten für Treibhausgase, sodass dem Fonds im nächsten Jahr rund 40 Milliarden Euro zur Verfügung stehen könnten. Bundesfinanzminister Christian Lindner sagte, als erste Konsequenz habe er "eine Sperre des Wirtschaftsplans des KTF vorgenommen". Dies betreffe die Jahre 2024 und 2025. Davon ausgenommen seien aber Maßnahmen zur Förderung der Energieeffizienz und der Wärmewende in Gebäudebereich.

Auf der Kippe stehen nun also milliardenschwere Subventionen, etwa für das Intel-Werk in Magdeburg oder das TSCM-Werk in Dresden. Denn zu diesen Projekten gibt es bislang nur Absichtserklärungen, keine verbindlichen Förderbescheide.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht in dem Urteil einen Anstoß zur Reform der Schuldenbremse. "Die Versuche der Bundesregierungen in den vergangenen zwölf Jahren, die Schuldenbremse zu umgehen, haben immer absurdere Züge angenommen", sagte Fratzscher. Sie sei "nicht mehr zeitgemäß, weil sie der Politik notwendigen Spielraum nimmt, um Krisen zu bekämpfen und Zukunftsinvestitionen zu tätigen".

Balkendiagram, welche Ausgaben aus dem Klima- und Transformationsfonds für 2024 geplant sind
Geplante Ausgaben des Klima- und Transformationsfonds für das Jahr 2024. (Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten des BMWK)

Welche Strategien für die Energiebeschaffung gibt es?

14.11.2023: Erneuerbare Energien senken den Strompreis

Strom aus Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen senken den Strompreis an der Strombörse. Für die Vorbestellung von Lieferungen in einigen Jahren sind die Terminpreise an der Strombörse bereits jetzt deutlich geringer als die für zeitnahe Lieferungen. Das sagt Strommarktexperte Fabian Huneke von der Agora Energiewende. Das könne man auf den Einfluss der erneuerbaren Energie zurückführen, weil der Strompreis deutlich unterhalb der Entwicklung der Preis von fossilen Brennstoffen oder CO2-Preise liege, so Huneke.

10.11.2023: Stromsteuer sinkt auf 0,05 Cent/kWh

Nach monatelangem Hin und Her hat sich die Ampelkoalition auf ein Strompreispaket für Unternehmen verständigt. Die Stromsteuer wird auf das europäische Mindestmaß von 0,05 Cent pro kWh gesenkt. Das gilt für alle Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe - vom Kleinbetrieb bis zum Konzern. Als Zeitraum ist zunächst 2024 und 2025 vorgesehen, falls es für die Jahre 2026 bis 2028 eine Gegenfinanzierung im Bundeshaushalt gebe, könne die Absenkung für weitere drei Jahre gelten. Das Paket soll den Steuerzahler rund zwölf Milliarden Euro kosten. Der Zeitraum stellt laut Wirtschaftsminister Habeck eine Strompreisbrücke dar für die Zeit der Umstellung auf erneuerbare Energien.

9.11.2023: Strom und Gas bleiben wichtigste Energieträger in der Industrie

(BMWK) Der Endenergieverbrauch der Industrie ging im Zeitraum von 1991 bis 2021 durchschnittlich um 0,2 Prozent pro Jahr zurück (nicht witterungsbereinigt), wobei der Verbrauch Schwankungen unterlag. 2021 lag der EEV der Industrie bei 2.518 Petajoule (PJ).

Seit 1990 reduzierte sich der Anteil der Braunkohlen, Mineralölprodukte und Steinkohlen am Energiemix der deutschen Industrie. Die Anteile erneuerbarer Wärme, Fernwärme, Strom und Gase stiegen hingegen an. Die Hauptenergieträger im Jahr 2021 waren mit Abstand weiterhin Gase mit 899 PJ (35,7 Prozent) und Strom mit 766 PJ (30,4 Prozent), gefolgt von Steinkohlen mit 336 PJ (13,4 Prozent) und Fernwärme mit 173 PJ (6,9 Prozent).

Gegenüber dem Jahr 2019 ging der Verbrauch im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie insgesamt zurück. Besonders groß war der Rückgang des Endenergieverbrauchs aus Steinkohle (-29,3 Prozent). Ebenso sank der Endenergieverbrauch der Energieträger Fernwärme (-6,8 Prozent), sonstige Energieträger (-6,2 Prozent), Strom (-5,4 Prozent) und erneuerbare Wärme (-0,8 Prozent). Dagegen wurden Mineralöle (+20,4 Prozent), Braunkohle (+17,3 Prozent) und Gase (+1,5 Prozent) verstärkt nachgefragt. Gegenüber 2020 stieg der EEV der Industrie im Jahr 2021 durch die wirtschaftliche Erholung um 5,1 Prozent bzw. 123 PJ.

Energiemix in der Industrie
Wieviel Strom, Gas, Kohle oder Fernwärme nutzt die Industrie? (Bild: BMWK)
Industriewärmepumpe MAN
MAN ist einer der größten Hersteller von Industriewärmepumpen. (Bild: MAN)

Großwärmepumpen und Hochtemperaturwärmepumpen für die Industrie

Auch die Industrie setzt auf Wärmepumpen, allerdings in anderen Dimensionen als private Nutzer. In unserem Schwerpunkt über Industriewärmepumpen erfahren Sie, was es mit der Technologie auf sich hat, welche Vorteile - und Nachteile - es beim Einsatz von Groß- und HT-Wärmepumpen in der Industrie gibt.

Wie nutzen Unternehmen wie Takeda oder Vattenfall Wärmepumpen bereits? Und wo versehen die größten Industriewärmepumpen der Welt ihren Dienst? Die Antworten finden Sie in den Links.

9.11.2023:

Die Energietechnische Gesellschaft im VDE (VDE ETG) hat in einer Studie untersucht, wie unser Stromversorgungssystem besser auf die Umstellung auf erneuerbare Energien vorbereitet werden kann. „Eine vielversprechende Lösung für das elektrische Energieversorgungssystem ist eine stärkere Flexibilisierung des Verbrauchs, aber auch der Erzeugung sowie der Einsatz von Speichern“, erklärt Prof. Dr.-Ing Martin Wolter von der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg. Die Expertinnen und Experten von VDE ETG kommen zu dem Schluss, dass durch mehr Flexibilisierung den zahlreichen aktuellen Herausforderungen für das Energiesystem effizient begegnet werden kann.

Es wird erwartet, dass die flexibel einsetzbare Erzeugungsleistung bis zum Jahr 2030 von 110 GW auf 130 GW steigt. Allerdings mit dem Nachteil, dass die Stromerzeugung häufiger als heute nur dann beeinflusst werden kann, wenn zu viel produziert wird. Dann wird abgeregelt, denn Sonne oder Wind lassen sich nicht beliebig an- und ausschalten wie ein konventionelles Kraftwerk.

Zum anderen steigt das Flexibilitätspotential auch bei den Verbrauchern. Hier wird mit einem Zuwachs von knapp 30 GW Flexibilität gerechnet, der im Wesentlichen durch die Netzintegration von Elektroautos, Power-to-Heat- (zum Beispiel Wärmepumpen) und Power-to-Gas-Einrichtungen entsteht. Zusätzlich wird bis 2030 ein massiver Ausbau von Batteriespeichern vor allem im Heimbereich erwartet.

Dabei ist zu beachten, dass Flexibilität eine knappe Ressource ist, die koordiniert werden muss und Geld kostet. Insbesondere die Schaffung von Steuerbarkeit und Beobachtbarkeit, die Standardisierung kommunikationstechnischer Schnittstellen sowie der Rollout intelligenter Messsysteme sind hier von zentraler Bedeutung.

Portrait Dörte Neitzel Redakteurin Technik+Einkauf
(Bild: mi connect)

Die Autorin: Dörte Neitzel

Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.

Armaturen und Rohre einer Bioagasanlage
Biogas soll auch die Lücke für fehlendes russisches Erdgas schließen. Das scheint naheliegend, doch in der Realität sind einige Hürden zu überwinden. (Bild: Guntar Feldmann - stock.adobe.com)

Energiebeschaffung: Erdgas, LNG und Biogas

Erdgas ist für die Industrie nicht nur Rohstoff, sondern auch Energieträger für Prozesswärme, denn Erdgas ermöglicht hohe Temperaturen. Welche Arten von Erdgas gibt es und wie verwenden Unternehmen Erdgas? Ist Biogas eine Alternative? Welche Rolle spielt LNG dabei? Alle Infos über Erdgas für Einkäufer finden Sie hier.

Was bringen Auktionen von Restkontingenten von Erdgas? Ist das eine Möglichkeit, günstig an den begehrten Rohstoff zu kommen? Und wer sind die größten Gas-Lieferanten und -förderunternehmen?

 

Roboter montieren an einer Montagestraße Photovoltaikanlagen in einer Halle
Die Herstellung von Solarzellen soll auch hierzulande für die Unternehmen wieder finanziell attraktiv werden. Es gibt einige Gründe. die dafür sprechen. (Bild: SweetBunFactory - stock.adobe.com)

Energiebeschaffung: PV-Anlagen für die Industrie

Strom einkaufen oder selbst erzeugen? Die Frage stellen sich immer mehr Industriebetriebe. Am einfachsten geht das mit einer Photovoltaikanlage auf dem Hallendach.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer eigenen PV für produzierende Unternehmen? Welche Hersteller spielen in der Solarbranche eine führende Rolle? Und welche Unternehmen liefern die meisten Solarzellen? Können deutsche Unternehmen überhaupt wieder mithalten?

Außerdem: PV-Module werden immer leistungsfähiger. Welche Solarzellen spielen neben den "klassischen" Siliziumzellen noch eine Rolle? Ein Beispiel für noch eine völlig neue Art sind Perowskit-Solarzellen. Was macht sie aus?

Energieeffizienz-­Experten analysieren das gesamte Druckluftsystem in einem ganzheitlichen Ansatz.
Energieeffizienz-­Experten analysieren das gesamte Druckluftsystem in einem ganzheitlichen Ansatz vom Kompressor bis zur Anwendung und empfehlen Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs. (Bild: Festo)

Energiebeschaffung: Mehr Effizienz durch Energiemanagement

Viele Unternehmen haben sich in Sachen Klimaschutz bereits auf den Weg gemacht. Wie sieht ein erfolgreiches Emissionsmanagement aus? Warum gehört ein solides Energiemonitoring dazu? Und welche Rolle spielen die vorgeschriebenen Energie-Audits? Gibt es Alternativen? Und wie ist der Einkauf in das Thema Energieeffizienz eingebunden?

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