An der Straße von Hormus warten zahlreiche Öltanker auf die Passage durch die Meerenge.Kalyakan - stock.adobe.com
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Ölpreise steigen wegen Iran-Konflikt: Militärische Eskalation im Nahen Osten treibt Brent und WTI in der Spitze um mehr als zehn Prozent nach oben. Die Straße von Hormus rückt erneut ins Zentrum der Energiemärkte, während Opec+ eine Ausweitung der Förderung beschließt.
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Preissprung nach militärischer Eskalation
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Die Ölpreise haben nach den Angriffen der USA und Israel auf Iran kräftig zugelegt. In der Nacht zum Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als 10%.
Brent-Öl erreichte in der Spitze 82,37 USD je Barrel (159 Liter) – der höchste Stand seit Juli 2024. US-Öl kletterte auf 75,33 USD und markierte damit ein Hoch seit Juni 2025. Im weiteren Handelsverlauf relativierten sich die Aufschläge etwas: Der Preis für Brent zur Lieferung im April lag zuletzt rund 5 USD oder etwa 7,5% höher bei 78,05 USD. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um mehr als 4 USD auf 71,52 USD.
Straße von Hormus als neuralgischer Punkt
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Auslöser des Preissprungs waren die Angriffe Israels und der USA auf Iran am Wochenende. Dabei wurden unter anderem das Staatsoberhaupt und der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte zudem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein.
Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Engstellen im globalen Ölhandel. Rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte passiert täglich diese Route am Persischen Golf. Jede Beeinträchtigung dieser Lieferkette sorgt an den Terminmärkten für erhebliche Verunsicherung – mit entsprechendem Aufwärtsdruck auf die Energiepreise.
Parallel zur geopolitischen Zuspitzung beschloss der Ölverbund Opec+ auf einem planmäßigen Online-Treffen eine Ausweitung der Produktion. Insgesamt soll die Tagesförderung um 206.000 Barrel steigen, wie der Verbund mitteilte.
Den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten erwähnte die Gruppe nicht. Stattdessen begründete Opec+ die Entscheidung mit einem stabilen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung und niedrigen Ölvorräten. Ziel ist es, potenzielle Engpässe und übermäßige Preissprünge einzudämmen.
Ölpreise steigen: Deeskalation oder Inflation?
Analysten der Deutschen Bank verweisen darauf, dass Ausmaß und Tempo einer weiteren Eskalation von zahlreichen Faktoren abhängen. Höhere Ölpreise könnten demnach sogar "eine Deeskalationsdynamik auslösen".
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Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, sieht bei einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiteres Aufwärtspotenzial. Brent-Öl könnte dann in Richtung 100 Dollar je Barrel steigen. "Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken", sagte Krämer.
FAQ zu Ölpreise steigen wegen Iran-Konflikt
Warum steigen die Ölpreise wegen Iran-Konflikt so stark?
Die militärische Eskalation und die Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus verunsichern die Märkte und treiben die Preise.
Welche Höchststände wurden erreicht?
Brent stieg in der Spitze auf 82,37 USD je Barrel, WTI auf 75,33 USD.
Wie reagiert Opec+ auf die Lage?
Opec+ erhöht die Tagesproduktion um 206.000 Barrel, um Engpässe und extreme Preisanstiege zu verhindern.
Welche wirtschaftlichen Folgen drohen?
Laut Commerzbank könnte ein dauerhaft hoher Ölpreis die Inflation im Euroraum um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wachstum dämpfen.