Die Lieferkettenresilienz vieler Großunternehmen bleibt begrenzt. Laut einer internationalen CEO-Befragung könnte jede zweite Firma eine schwere Störung höchstens drei Wochen ohne operative Folgen verkraften.
Laut einer Befragung von CEOs international tätiger Unternehmen würde jede zweite Unternehmensführung eine schwerwiegende Lieferkettenstörung nicht länger als drei Wochen ohne Beeinträchtigungen des laufenden Geschäftsbetriebs bewältigen können.erstellt mit KI
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Summary: Proxima hat 515 CEOs international tätiger Großunternehmen in fünf Ländern zu Lieferkettenrisiken und Investitionen befragt. 72 % würden für mehr Lieferkettenresilienz über 10 % höhere Lieferantenkosten akzeptieren. Gleichzeitig bestehen erhebliche Defizite bei Cybertransparenz, Datenqualität und dem Einsatz von KI.
Wie widerstandsfähig sind globale Lieferketten?
Jedes zweite international tätige Großunternehmen könnte eine schwerwiegende Lieferkettenstörung höchstens drei Wochen bewältigen, ohne dass der laufende Geschäftsbetrieb beeinträchtigt wird. Das geht aus dem „Global Supply Chain Resilience Outlook“ des Beratungsunternehmens Proxima hervor, das zu Bain & Company gehört.
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Für den Bericht wurden 515 CEOs aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Australien und Singapur befragt. Die Unternehmen erzielen jeweils einen Jahresumsatz von mehr als 500 Mio. USD. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Supply-Chain-Risiken, Resilienzstrategien und die Investitionsbereitschaft der Unternehmensführungen.
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Die Ergebnisse zeigen, dass Lieferkettenresilienz zunehmend auf Vorstandsebene behandelt wird. Gleichzeitig bleibt die Fähigkeit vieler Unternehmen begrenzt, längere Ausfälle kritischer Lieferanten ohne Folgen für Produktion, Umsatz und Geschäftsbetrieb aufzufangen.
CEOs akzeptieren höhere Kosten für mehr Resilienz
Fast drei Viertel der befragten CEOs sind bereit, für eine widerstandsfähigere Lieferkette höhere Ausgaben in Kauf zu nehmen. Insgesamt 72 % würden einen Aufschlag von mehr als 10 % auf ihre aktuellen Kosten für externe Lieferanten akzeptieren, wenn sich dadurch die Resilienz ihrer Supply Chain verbessern ließe.
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Die Finanzierung dieser Mehrkosten würde allerdings unterschiedlich ausfallen. 38 % der Unternehmensleitungen würden Einsparmaßnahmen innerhalb des eigenen Unternehmens umsetzen. Weitere 35 % würden die zusätzlichen Kosten an ihre Kunden weitergeben. 26 % rechnen damit, die Belastung über niedrigere Margen auffangen zu müssen.
Damit wird deutlich, dass Investitionen in widerstandsfähigere Lieferketten nicht allein den Einkauf betreffen. Sie können sich auch auf Kostenstrukturen, Verkaufspreise und Profitabilität auswirken.
René Petri, Deutschlandchef bei Proxima, sagt: „Es ist kein Geheimnis, dass Unternehmen derzeit in einem Umfeld agieren, das von erheblichen Unsicherheiten in der Lieferkette geprägt ist. Unser Report zeigt, dass CEOs das Risiko von Lieferkettenstörungen weiterhin ganz genau beobachten und der Resilienz ihrer Supply Chain eine immer größere strategische Bedeutung beimessen. Risiken in der Supply Chain sind und bleiben nicht statisch!“
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Welche Umsätze stehen bei Lieferantenausfällen im Risiko?
Eine zweiwöchige Störung bei den drei wichtigsten Lieferanten könnte für viele Unternehmen erhebliche finanzielle Folgen haben. 56 % der CEOs gehen davon aus, dass in einem solchen Fall zwischen 11 % und 20 % des Umsatzes gefährdet wären.
Fast ein Viertel der Befragten bewertet das Risiko noch höher. 24 % erwarten, dass bei einer entsprechenden Störung zwischen 21 % und 40 % des Umsatzes ausfallen oder gefährdet sein könnten.
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Die Einschätzungen unterstreichen die hohe Abhängigkeit vieler Großunternehmen von wenigen strategisch wichtigen Lieferanten. Bereits ein zeitlich begrenzter Ausfall kann demnach wesentliche Teile des Geschäfts beeinträchtigen.
Proxima erklärt dazu: „CEOs erkennen zunehmend, welche erheblichen Kosten und Risiken Lieferkettenstörungen für ihre Unternehmen bedeuten können. Es wird deutlich, dass viele bereit sind, einen Preisaufschlag zu zahlen, um sich dagegen abzusichern. Resilienz ist zu einem Thema auf Vorstandsebene geworden und zu einer Investition, die Unternehmen bereit sind zu tätigen.“
Warum bremst der Einkauf die Einführung von KI?
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Bei der Einführung künstlicher Intelligenz zeigt der Bericht ein Spannungsfeld zwischen Innovationsgeschwindigkeit und Risikokontrolle. 78 % der befragten CEOs stimmen der Aussage zu, dass der Einkauf die Einführung von KI im Unternehmen bremst.
Unter den deutschen Unternehmensleitungen fällt dieser Anteil mit 87 % noch höher aus. Als Hintergrund nennt der Bericht die bestehenden Aufgaben und Prozesse des Einkaufs. Lieferanten müssen sorgfältig geprüft, Risiken minimiert und Compliance-Anforderungen eingehalten werden.
Bei schnell fortschreitenden Technologien wie KI können diese Prüfprozesse zusätzliche Hürden schaffen. Während andere Unternehmensbereiche eine schnelle Einführung anstreben, muss der Einkauf mögliche Risiken bei Anbietern, Daten, Verträgen und regulatorischen Anforderungen berücksichtigen.
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Gleichzeitig bleibt diese Kontrollfunktion zentral. Die Untersuchung zeigt, dass Unternehmen nicht nur technologische Chancen nutzen, sondern auch Risiken entlang ihrer Lieferketten frühzeitig erkennen müssen.
KI liefert bereits messbaren Mehrwert
Mehr als die Hälfte der befragten CEOs berichtet, dass KI bei der Überwachung von Lieferantenrisiken bereits einen messbaren Mehrwert schafft. Die Technologie kann damit einen Beitrag leisten, Risiken früher zu erkennen und kritische Entwicklungen transparenter zu machen.
Einer stärkeren Skalierung des KI-Einsatzes stehen jedoch mehrere Hindernisse entgegen. 38 % der CEOs nennen eine unzureichende Datenqualität als Problem. 30 % sehen fehlende Kompetenzen im Unternehmen als wesentliche Hürde. Weitere 29 % bemängeln eine unklare Bewertung des Return on Investment.
Damit zeigt sich, dass die technische Verfügbarkeit von KI allein nicht ausreicht. Für einen breiteren Einsatz in der Supply Chain benötigen Unternehmen belastbare Daten, entsprechende Fachkenntnisse und eine nachvollziehbare wirtschaftliche Bewertung.
Wie groß ist die Gefahr durch Cybervorfälle?
Cyberrisiken gehören zu den zentralen Bedrohungen für globale Lieferketten. Fast die Hälfte der Unternehmen war in den vergangenen 24 Monaten von einer Störung betroffen, die durch einen Cybervorfall verursacht wurde. Der Bericht beziffert diesen Anteil auf 45 %.
Trotz dieser hohen Betroffenheit verfügen nur 35 % der Unternehmen über Echtzeiteinblicke in die Cyberrisiken ihrer kritischen Lieferanten. Zwischen der tatsächlichen Bedrohungslage und der vorhandenen Transparenz besteht damit eine deutliche Lücke.
Cybervorfälle bei Lieferanten können den Materialfluss, digitale Prozesse oder den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen beeinträchtigen. Für Unternehmen reicht es deshalb nicht aus, ausschließlich die eigene IT-Infrastruktur abzusichern. Auch die Risiken bei strategischen Lieferanten müssen kontinuierlich überwacht werden.
Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich, weshalb eine sorgfältige Lieferantenprüfung auch bei einem hohen Innovationsdruck erforderlich bleibt.
Welche Risiken belasten Lieferketten finanziell?
Die CEOs sehen sich laut Proxima nicht mit einem einzelnen dominierenden Risiko konfrontiert. Stattdessen verteilen sich die möglichen finanziellen Belastungen auf mehrere nahezu gleich gewichtete Faktoren.
Geopolitische Konflikte werden von 22 % der Befragten als größter finanzieller Belastungsfaktor genannt. Neue Technologien folgen mit 21 %. Klimawandel und extreme Wetterereignisse sowie Nachhaltigkeits- und Regulierungsanforderungen erreichen jeweils 20 %.
Protektionistische Maßnahmen wie Zölle werden von 17 % der CEOs als wichtigste finanzielle Belastung bewertet. Die nahezu gleichmäßige Verteilung zeigt, wie vielfältig und dynamisch die Risiken für internationale Lieferketten geworden sind.
Unternehmen müssen ihre Resilienzstrategien daher auf unterschiedliche Szenarien ausrichten. Neben physischen Lieferausfällen spielen Cyberbedrohungen, geopolitische Entwicklungen, regulatorische Anforderungen und technologische Veränderungen eine wachsende Rolle.
Lieferkettenresilienz verlangt Investitionen und Transparenz
Der Bericht macht deutlich, dass viele Unternehmensleitungen die Widerstandsfähigkeit ihrer Lieferketten inzwischen als strategische Investition betrachten. Eine Mehrheit ist bereit, dafür höhere Lieferantenkosten zu akzeptieren.
Gleichzeitig bestehen weiterhin operative Schwachstellen. Viele Unternehmen könnten schwere Störungen nur wenige Wochen ohne Beeinträchtigung überstehen. Hinzu kommen begrenzte Echtzeiteinblicke in Cyberrisiken sowie Herausforderungen bei Datenqualität und KI-Kompetenzen.
Eine höhere Lieferkettenresilienz hängt damit nicht nur von zusätzlichen finanziellen Mitteln ab. Entscheidend sind auch Transparenz über kritische Lieferanten, belastbare Daten, geeignete Technologien und Prozesse, die Risiken frühzeitig sichtbar machen.
Wie lange können Großunternehmen eine Störung ihrer Lieferkette bewältigen?
Jede zweite befragte Unternehmensführung könnte eine schwere Lieferkettenstörung höchstens drei Wochen ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs verkraften.
Was kostet eine höhere Lieferkettenresilienz?
72 % der CEOs wären bereit, für externe Lieferanten einen Aufschlag von mehr als 10 % zu akzeptieren.
Welche Rolle spielt KI für die Lieferkettenresilienz?
Mehr als die Hälfte der CEOs berichtet von messbarem Mehrwert bei der Überwachung von Lieferantenrisiken, sieht aber Hürden bei Datenqualität, Kompetenzen und Wirtschaftlichkeit.
Wie beeinflussen Cybervorfälle die Lieferkettenresilienz?
45 % der Unternehmen waren innerhalb von 24 Monaten von einer cyberbedingten Lieferkettenstörung betroffen, aber nur 35 % verfügen über Echtzeiteinblicke in entsprechende Lieferantenrisiken.
Welche Risiken gefährden die Lieferkettenresilienz?
Zu den wichtigsten Belastungen zählen geopolitische Konflikte, neue Technologien, Klimawandel, Regulierungsanforderungen und protektionistische Maßnahmen.